Verfahren wegen des Vorwurfs des Bandenhandels mit Drogen nähert sich dem Abschluss

Jusitia

Verfahren wegen des Vorwurfs des Bandenhandels mit Drogen nähert sich dem Abschluss – Staatsanwaltschaft fordert langjährige Haftstrafe

Das im September 2018 begonnene umfangreiche Verfahren vor dem Landgericht Osnabrück wegen des Vorwurfs des Bandenhandels mit Kokain und Cannabis gegen einen heute 52 Jahre alten Angeklagten aus Werlte (Az. 15 KLs 12/18) wird voraussichtlich Anfang Juli 2019 abgeschlossen.  

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück wirft dem Angeklagten vor, als Kopf einer Bande über einen erheblichen Zeitraum den Schmuggel großer Mengen Kokain und Cannabis nach Deutschland organisiert zu haben. Die Drogen sollen zur gewinnbringenden Weiterveräußerung im Inland bestimmt gewesen sein. Der Angeklagte soll dabei weitere Bandenmitglieder als Bunkerhalter, Drogen- und Geldkuriere und Geldwäscher eingesetzt haben, um seine eigene Tatbeteiligung und die aus den Drogengeschäften erzielten Gewinne zu verschleiern. 

Konkreter Gegenstand der Anklage sind sechs Einzeltaten. Sie betreffen den Vorwurf der Einfuhr von Kokain aus Kolumbien, der Einfuhr von Cannabis aus Spanien und der Veräußerung von Kokain an Abnehmer im Inland. Unter anderem soll der Angeklagte Ende Februar/Anfang März 2017 von einem unbekannten Lieferanten 48 kg Kokain aus Kolumbien im Wert von 1,3 Mio. Euro für den gewinnbringenden Weiterverkauf in Deutschland gekauft haben.

Zwei von dem Angeklagten eingesetzte Kuriere sollen den Auftrag gehabt haben, die Drogen für den Angeklagten aus einem Schiffscontainer in Bremerhaven zu bergen und mit zwei weiteren Komplizen nach Werlte zu transportieren. Die Sendung soll jedoch von der Polizei abgefangen und durch ein Imitat ersetzt worden sein. Am 29. November 2017 soll der Angeklagte 150 kg Kokain aus Kolumbien an einen unbekannten Abnehmer verkauft haben. Aus diesem Drogengeschäft soll er einen Erlös von 3,75 Mio. Euro erzielt haben.

Die zuständige 15. Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück hat seit dem ersten Prozesstag am 5. September 2018 an mehr als 40 Verhandlungstagen umfassend Beweis erhoben. An zwei Tagen wurde ein Verdeckter Ermittler vernommen, dessen Identität auch im Verfahren nicht offengelegt wurde. Er soll unter einer Legende über einen längeren Zeitraum hinweg im unmittelbaren Umfeld des Angeklagten ermittelt und unter anderem von ihm zum Schein drei Kilogramm Kokain erworben haben. 

Nach Abschluss der Beweisaufnahme hielt am Montag, dem 3. Juni 2019, zunächst die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer. Sie sah nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung die Anklagevorwürfe als erwiesen an und forderte eine umfassende Verurteilung des Angeklagten. Aus rechtlichen Gründen seien dabei, so die Staatsanwaltschaft, zwei gesonderte Gesamtstrafen unter Einbeziehung einer Vorverurteilung zu bilden.

Konkret beantragte sie, für eine der dem Angeklagten vorgeworfenen Taten zusammen mit der Vorverurteilung von einem Jahr eine Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren zu verhängen, für die übrigen Taten eine weitere Gesamtfreiheitsstrafe von noch einmal zwölf Jahren.

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