Bisherige Erkenntnisse zum Tötungsdelikt Frankfurt HBF, Gleis 7

Zum mutmaßlichen Täter:

  • Name: Von den Sicherheitsbehörden mutmaßlicher Täter „Habte A.“ genannt.
  • Er sei 1979 in Eritrea geboren
  • reiste 2006 unerlaubt in die Schweiz ein und beantragte Asyl
  • Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder. 
  • nach zwei Jahren bekam er in der Schweiz die Niederlassungsbewilligung der Kategorie C, „Das heißt gut integriert“, so Polizeipräsident Dieter Romann auf der Pressekonferenz.
  • Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk porträtierte den 40-Jährigen vor zwei Jahren in einer Broschüre als Musterbeispiel.
  • Der Verdächtige sei einer festen Arbeit nachgegangen, „aus Sicht der Ausländer- und Asylbehörden in der Schweiz vorbildlich“.
  • das Motiv in unbekannt
  • Tage zuvor habe er seine Nachbarin mit einem Messer bedroht, sie gewürgt und eingesperrt.
  • Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen, woraufhin er dann geflüchtet sei.
  • De Fahndung der Kantonpolizei Zürich soll laut Schweizer Medien nicht öffentlich gewesen sein.
  • Zu der Tat schweigt der Mann, der wenige Tage zuvor mit dem Zug von Basel nach Deutschland reiste.

„Bereits in der Schweiz mit Delikten auffällig“

„Er war auch im Vorfeld mit entsprechenden Delikten bereits in der Schweiz auffällig“, sagte der deutsche Bundespolizeipräsident Dieter Romann in Berlin in der heutigen gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Holger Münch, Präsident des deutschen Bundeskriminalamts. Um welche Delikte es sich genau handelt, wurde nicht erwähnt. Die Presseerklärung der Kantonspolizei Zürich befindet sich am Ende des Artikels.

„Ganz offensichtlich psychische Probleme“

Wie die Schweizer Behörden am Dienstag bekannt gaben, war der 40-Jährige in diesem Jahr bereits in psychiatrischer Behandlung. Es hätten aber „keine Hinweise auf eine Radikalisierung oder ein ideologisches Motiv“ vorgelegen. Es liefen weitere Ermittlungen zu seinem Gesundheitszustand. Er habe aber „ganz offensichtlich psychische Probleme“ gehabt.

Pressekonferenz mit Horst Seehofer

Horst Seehofer hat seinen Urlaub unterbrochen, um Gespräche mit den Sicherheitsbehörden führen zu können. Er sprach der Familie sein Beileid aus. Auch ist Seehofer bewusst, das dieser Fall große Unsicherheit in der Bevölkerung ausgelöst hat und die Stimmung aufgrund einzelner Fälle in den letzten Wochen sehr angespannt ist.

„Das Sicherheitsgefühl ist in der Bevölkerung ist sehr angespannt, obwohl die allgemeine Kriminalitätsrate abnimmt“, so konstatierte Seehofer in der heutigen Pressekonferenz.

Pressemitteilung der Kantonspolizei Zürich

Zürcher Bezug zu Tötungsdelikt in Frankfurt (D)

Ein durch die Kantonspolizei Zürich zur Verhaftung ausgeschriebener Mann hat am Montag (29.7.2019) in Frankfurt (D) mutmasslich eine Tötung begangen. Er war seit einem Delikt im Bezirk Horgen wenige Tage zuvor zur Verhaftung ausgeschrieben. 

Am Donnerstagnachmittag (25.7.2019) ging bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich eine Meldung über nicht genauer beschriebene familiäre Probleme ein. Die Polizisten rückten an den Wohnort der Melderin im Bezirk Horgen aus und stellten fest, dass mehrere Personen in ihrem Wohnhaus eingeschlossen waren. Nach dem Öffnen der Türe zeigte sich, dass der Ehemann seine Frau, die Kinder und eine Nachbarin eingeschlossen hatte. Zuvor hatte er zudem die Nachbarin tätlich angegangen und sie bedroht. Sie blieb dabei unverletzt.

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 40-jährigen Eritreer, der sich seit 2006 in der Schweiz aufhält und heute über eine Niederlassungsbewilligung (C) verfügt. Er befand sich beim Eintreffen der Polizei nicht mehr vor Ort. Nach ihm wurde die Fahndung eingeleitet und der Mann wurde zur Verhaftung ausgeschrieben.

Die Kantonspolizei Zürich erreichte am Montag (29.7.2019) kurz vor Mittag ein durch das Bundesamt für Polizei (fedpol) koordiniertes Ermittlungsersuchen. Dieses steht im Zusammenhang mit einem gleichentags verübten Tötungsdelikt im Frankfurter Hauptbahnhof, bei dem der mutmassliche Täter arretiert werden konnte. Zwischenzeitlich hat sich bestätigt, dass es sich um den zur Verhaftung ausgeschriebenen Eritreer aus dem Kanton Zürich handelt. 

Der Tatverdächtige war der Zürcher Polizei und der Zürcher Staatsanwaltschaft zuvor wegen Gewaltdelikten nicht bekannt.

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben bisher keinerlei Hinweise auf eine Radikalisierung oder ein ideologisches Motiv. Die genauen Tatumstände und Hintergründe sind nicht bekannt und bilden Gegenstand der weiteren Abklärungen. Die Ermittlungen werden in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, dem Bundesamt für Polizei und den deutschen Ermittlungsbehörden geführt.

Kantonspolizei Zürich

Wie Horst Seehofer in der Pressemitteilung betonte, ist das der derzeitige Ermittlungsstand.