Merkel nicht mehr tragbar

Ein Kommentar von Bianka Specker

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte heute Mittag die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im Kanzleramt.

Während der Nationalhymne und damit der militärischen Ehren saßen die beiden Staatspolitiker. Es wurden auf Geheiß der Kanlzerin so die „Bild“-Zeitung – zwei weiße Stühle auf rotem Teppich aufgestellt.

Merkel hatte gestern mit ihrem dritten Zitteranfall für weltweites Aufsehen gesorgt und erneut Spekulationen über ihren Gesundheitszustand ausgelöst. Die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen, es handle sich um Dehydrierung im ersten Fall und bei einer Kopfsache nach den anderen beiden Fällen finden gerade bei den ausländischen Medien kein Gehör.

Stattdessen werden nun Stimmen laut, dass die Kanzlerin derzeit nicht in der Lage ist, politische Spitzenposten im Sinne Deutschlands durchzusetzen, sie scheiterte mit Weber für den Posten des Kommissionspräsidenten und musste sich auch bei der Nominierungswahl Ursula von der Leyens enthalten, da die SPD dem nicht zustimmte. Die Wahl von der Leyens am 16. Juli durch das Europaparlament scheint auch noch nicht sicher zu sein. Auf die Besetzung des wichtigen EZB Postens verzichtete die Kanzlerin erneut.

Das persönliche Statement von Angela Merkel nach dem gestrigen dritten Zitteranfall:

Sie sagt, sie sei in einer Verarbeitungsphase und es gäbe Fortschritte. Danach sieht es heute allerdings nicht aus. Ein Staatspolitiker, der nicht in der Lage ist, die militärischen Ehren im Stehen zu absolvieren, ist untragbar geworden. Das ist der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln. Es gibt Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Kanzlerin.

„Wer mit einer angeblichen Kopfsache wochenlang kämpft und nicht damit klar kommt, kann auch keine Entscheidungen für ein ganzes Land fällen.“

Aufgrund dieser und anderer Kommentare aus der Bevölkerung nach dem dritten Vorfall und die unzureichende Erklärung sind viele Kommentarfunktionen geschlossen worden. Das kann nicht die Lösung sein.

Die Schwierigkeit bestand nach dem dritten Zitteranfall in der Aussenwirkung der deutschen Bundeskanzlerin. Militärische Ehren gehören zu einem Staatsempfang dazu, nun entschied man sich für das Aufstellen von Stühlen. Ob das die Diskussionen verstummen lassen wird und die Zweifel an der verantwortungsvollen und leistungsstarken Führung eines Landes, nachdem die Zitteranfälle weltweit auf den Bildschirmen zu sehen waren und nun eine sitzende Kanzlerin, darf bezweifelt werden.

Ob das Aufstellen der Stühle eine gute Idee war, um die Schwäche der Kanzlerin zu kaschieren oder nur ein weiteres Bild sein wird, was den Zustand der deutschen Regierung im Ausland repräsentiert, bleibt abzuwarten. Es ist eher zu erwarten, dass sich die Berichterstattung verschlimmern wird, es wäre besser gewesen, rechtzeitig den Weg für einen Nachfolger zu bereiten und mit Würde und Respekt in den Ruhestand zu gehen. Nun ist es eine Mischung aus Häme derer, die die Politik der Kanzlerin nicht gutheißen, hierzu muss man sich nur die Kommentare der Briten in den Medien ansehen oder aufrichtiges Mitleid und große Sorge um die Gesundheit der Kanzlerin und ihr Arbeitspensum.

Von einem Repräsentanten eines Staates wird – zumindest im Ausland – Stärke, Mut und Würde verlangt, ein machtvolles Regieren und Agieren im Sinne des Volkes und des deutschen Staates erscheint in der derzeitigen Fassung vielen Menschen als nicht möglich.

Die Frage ist, ob das Bild der Kanzlerin noch revidiert werden kann?