Boris Pistorius kandidiert mit Petra Köpping aus Sachsen für SPD-Vorsitz

Boris Pistorius, niedersächsischer Minister für Inneres und Sport

So lautet die Meldung diverser Medien, wie die faz online berichtet. Offiziell soll die Kandidatur am Sonntag auf einer Pressekonferenz verlautbart werden. 

Zur Person

Boris Pistorius war von November 2006 bis Februar 2013 Oberbürgermeister von Osnabrück seit Februar 2013 ist er niedersächsischer Minister für Inneres und Sport.

Pistorius machte sein Abitur am Osnabrücker EMA und ist Sohn der früheren SPD-Landtagsabgeordneten Ursula Pistorius, die sich politisch stark engagierte und ihrem Sohn den Sinn und das Verständnis für Politik mit in die Wiege gelegt haben dürfte. 

Er studierte Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster und legte 1990 sein zweites Examen ab, anschließend arbeitete er kurzzeitig als Rechtsanwalt, bevor er 1991 persönlicher Referent des niedersächsischen Innenministers Gerhard Glogowski wurde.

Krebsstiftung Osnabrück

Boris Pistorius hat zwei Kinder und war verheiratet. Seine Frau Sabine Pistorius starb am 27. August 2015 an Krebs. Pistorius ist Schirmherr der Psychosoziale Krebsberatungsstelle in Trägerschaft der Osnabrücker Krebsstiftung.

Er habe gerne die Schirmherrschaft der Psychosoziale Krebsberatungsstelle übernommen, denn die Osnabrücker Krebsstiftung leistet Unterstützung über die medizinische Betreuung hinaus, sie gibt auch den betroffenen Angehörigen und Kindern Halt und Unterstützung.

Innenpolitik

Boris Pistorius hat sich vor allem durch die Innenpolitik einen Namen gemacht, da der im Jahre 2017 entschied eine Abschiebeanordnung gegen zwei in Deutschland geborene islamistische Gefährder zu verhängen, noch bevor diese eine Straftat begangen hatten.

Dabei berief er sich der Jurist auf Paragraph 58a Aufenthaltsgesetz, der diesen Schritt zur Abwehr einer besonderen Gefahr erlaubt. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte die Rechtmäßigkeit der Entscheidung.

Das erregte bundesweites Aufsehen, denn der Paragraph war in Deutschland nie zuvor angewandt worden. Die rechtlichen Hürden wurden bis dato als sehr hoch eingeschätzt wurden. 

Die Anwendung von Paragraph 58a durch den niedersächsischen Innenminister Pistorius und das damit verbundene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts werden vielfach als wegweisend im Umgang mit islamistischen Gefährdern bewertet und hat neue Maßstäbe gesetzt. 

Boris Pistorius steht ebenfalls für einen humanen Umgang mit Flüchtlingen und setzt sich stark für die Integration ein. Insofern werden dem Politiker bei der Wahl zum Vorsitz der SPD gemeinsam mit der ebenfalls bekannten und in Sachsen geschätzte Petra Köpping hohe Erfolgschancen eingeräumt.

Bildquellen

  • Boris Pistorius: Bianka Specker