Streit ums Klima und das Klimapaket der Bundesregierung

„Man soll zu seinen Leidenschaften stehen!“ FFH Sticker auf dem Auto der Herausgeberin

In der „Münchner Runde“ des br am Mittwoch im TV nahmen unter anderem Christopher Grau, Mitbegründer von „Fridays for Hubraum“ und die Aktivistin Carla Reemtsma von „Fridays for Future“ teil. Thema war der Streit ums Klima und das Klimapaket der Bundesregierung.

Fridays for Hubraum versteht sich als Gegenbewegung von Fridays for Future

Christopher Grau, einer der Gründer von Fridays for Hubraum (FFH) stellte fest, dass die große Bewegung, die bei facebook sofort mit einem enormen Zulauf startete, einen Nerv getroffen haben muss. Die Gruppe sei nun moderiert, für den Zutritt ist nun eine Beantwortung von Fragen nötig, so dass auch 25.000 Profile gelöscht werden konnten, die nicht erwünscht waren. Wir berichteten über FFH in den Anfängen bereits hier.

Die Debatte

Grau sieht in der derzeitigen Politikdebatte ein Vorwurfskarussell „wo sich alle Parteien immer gegenseitig was vorwerfen.“ Jeder ginge jeden an, „so kommen wir nirgends hin!“, konstatierte der FFH Mitbegründer in der Sendung.

„Das Problem ist, dass hier nichts mehr zustande kommt“ sagte Grau. 

Panik sei „niemals eine Grundlage dafür, rationale Entscheidungen im Bereich Klimapolitik zu treffen.“ 

Außerdem fehle vielen Politikern einfach das nötige Wissen: man müsse „den Ist-Zustand“ verbessern, denn „alles, was neu produziert werden muss, stößt CO2 aus“. 

Zur Sendung geht es hier:

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/chris-grau-so-kommen-wir-nirgends-hin

Zustimmung von Fridays for Future

Carla Reemtsma von Fridays for Future ging in der Kritik an der Politik ein Stück weit mit: „Ich stimme da tatsächlich in einigen Punkten zu: Das sind Parteien – alle kritisieren sich, alle beziehen sich so sehr auf sich selber.“ 

Reemtsma kritisierte, dass obwohl wir uns in einer ernsten Klimakrise befinden würden, die Antwort der Bundesregierung „ein Steuergesetz aus dem Finanzministerium!“ sei. Das sei für sie bezeichnend. Ihr Appell an die Politik: „Wo sind die großen Konzepte?“ – „Wir müssen überall ran!“

Auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zeigte sich unzufrieden und kritisierte das Klimapaket der Bundesregierung: „Auf jeden Fall kostet uns diese Nummer schon über 50 Mrd. Euro – in Zeiten, wo wir über Altersarmut diskutieren, wo wir Krankenhäuser schließen müssen, Straßen kaputt sind, wir die Energiewende nach vorne bringen..“

Hubert Aiwanger forderte „den technischen Ausweg!“, nicht mehr Abgaben oder Steuern. Aiwanger wörtlich: „Da verwirren wir doch nur die Leute!“

Die klimapolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Badum, bezeichnete das Klimapaket der Bundesregierung als „voll Katastrophe“, „ökologisch absolut wirkungslos und auf der anderen Seite auch noch sozial ungerecht.“

Kommentar der Herausgeberin des OSK

Die Müncher Runde war ein kleiner Lichtblick und zeigte in Teilen Einigkeit. Einigkeit darin, dass das Klimapaket der Bundesregierung nutzlos sei und nur Kosten verursachen würde.

Interessant und bemerkenswert war, dass FFH und FFF eher in der Lage sind, Gemeinsamkeiten herauszufinden und vielleicht gemeinsam ein Ziel anzugehen, als die politischen Parteien derzeit. Das Klimapaket dient aufgrund der Mehrkosten durch die CO2 Abgaben ohne Zweifel weder den Bürgern noch der Wirtschaft und wird diese eher ins Ausland verlagern, da dort einige Länder zu finden sind, in denen die Abgaben und auch die Lohnkosten niedriger sind.

Eine Klimarettung in Form von Steuererhöhung und Abgaben ohne konkretes Ziel – ausser der „Erziehung“ zu bewussterem Umweltverhalten – erinnert eher an den mittelalterlichen Ablasshandel. Dass die Bürger das nicht mittragen, wird nicht zuletzt an den Wahlurnen deutlich. Das Umweltbewußtsein ist bei der Bevölkerung bereits vorhanden.

Christoph Grau und FFH trifft mit seiner Bewegung einen Nerv, weil er einigen will, statt spalten. Wir schrieben schon vor Monaten, Mitte April, dass sich bei uns das Hollandrad und der Sportwagen sich nicht ausschließen.

Es schließen sich bei uns auch das Hollandrad und der schnittige deutsche Sportwagen nicht gegenseitig aus- alles eine Sache des Blickwinkels und der Toleranz.

Engstirnigkeit und Intoleranz ist einer Sache nie dienlich und fördert ebenfalls nicht das Wählerprofil, wie man an den Wahlausgängen der letzten Monate sehen konnte. Ein kurzfristiger Hype, die Meinungsmache in den alten Medien spiegelt da wie so oft nicht die Meinung der Bevölkerung wider. Die Menschen spüren doch, dass es der Wirtschaft nicht gerade gut geht, es marodiert die Infrastruktur, der Zustand der Straßen und der Brücken ist katastrophal, abgesehen auch der Zustand der digitalen Infrastruktur.

Überall ist von Arbeitsplatzabbau zu lesen. Nun auch bei Miele. Dort können im Ergebnis bis Ende 2021 in Deutschland etwa 240 Arbeitsplätze entfallen, und zwar vornehmlich am Standort Gütersloh, Neueinstellungen im dreistelligen Bereicht werden eingepart. Es gibt ein neues Werk in Polen, der neue „Digital Hub Marketing & Sales“ der Miele Gruppe soll in Amsterdam errichtet werden, siehe beim OSKURIER veröffentlichte Pressemitteilung. Das ist nur ein Beispiel aus der Region, zeigt aber den dringenden Bedarf, die Wirtschaftspolitik zu ändern!

Panik und die emotionale Debatten, die geführt wurden, lassen konstruktive Gespräche eher schwierig gestalten. Lösungen für alle müssen her, welche die dem Klima und der Umwelt dienen, aber die Wirtschaft und damit auch den Bürger nicht in den Ruin treibt. Die derzeitige Politik führt letztendlich auch zu weniger Steuereinnahmen.

Insofern läßt die Sendung der Müncher Runde FFH und FFF hoffen, da Gemeinsamkeiten gefunden werden konnten. Vielleicht gelingt den Akteuren, was der Politik bisher nicht gelang: Konstruktive Zusammenarbeit an den Problemen, die uns alle etwas angehen.

Bianka Specker, Herausgeberin des OSKURIER


Aufgrund der Nachfragen, die uns erreichten: Den offiziellen Sticker der Fridays for Hubraum Bewegung gibt es hier:

https://www.roller.com/aufkleber-fridays-for-hubraum

(Anmerkung: Der Sticker ist qualitativ super und zum Glück einfach anzubringen – trotz der Länge von 65cm..)

Demos werden sie keine machen, hier legt FFH ihre Gründe dazu dar:

Bildquellen

  • Fridays for Hubraum: Bianka Specker