Die Niederlande und Griechenland werden bei der Aufnahme minderjähriger Ausländer zusammenarbeiten

Amsterdam, Niederlande

Die Niederlande und Griechenland werden zusammenarbeiten, um die Aufnahme und den Schutz unbegleiteter minderjähriger Ausländer in Griechenland zu verbessern.

Die Zusammenarbeit besteht in der Einrichtung und Stärkung eines griechischen Vormundschaftsprogramms, der Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber in Griechenland und der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger nach ihrem Asylverfahren. Staatssekretärin Ankie Broekers-Knol (Asyl und Migration) und ihr griechischer Amtskollege Giorgos Koumoutsakos haben dem zugestimmt, schreibt sie am heutigen Donnerstag an die Zweite Kammer.

Drei Jahre lang werden die Niederlande Griechenland bei der weiteren Einrichtung und Stärkung eines Vormundschaftssystems für minderjährige Asylbewerber unterstützen. Griechenland hat angedeutet, dass es sich niederländisches Fachwissen und niederländische Ausbilder zunutze machen möchte, um ein Ausbildungsprogramm für Betreuerausbilder einzurichten. In den Niederlanden verfügt die Stiftung NIDOS über dieses Fachwissen. Ein Vormund stellt das Wohlergehen und den Schutz des Minderjährigen während und nach dem Asylverfahren sicher und ist daher für einen unbegleiteten Minderjährigen von entscheidender Bedeutung.

Empfangseinrichtungen

Darüber hinaus sollen kurzfristig 48 unbegleitete Minderjährige in von den Niederlanden finanzierten Aufnahmeeinrichtungen auf dem griechischen Festland untergebracht werden. Diese 48 Plätze stehen drei Jahre lang zur Verfügung und ermöglichen es, insgesamt mindestens 500 unbegleiteten Minderjährigen in Griechenland zu helfen. Die Kinder werden psychosoziale Betreuung, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Rechtsbeistand und andere Formen der Unterstützung erhalten, die für ihr Wohlergehen und ihre Entwicklung erforderlich sind.

4 Millionen zur Unterstützung

Insgesamt wird Broekers-Knol dem Projekt für einen Zeitraum von drei Jahren 3,5 bis 4 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Laut Staatssekretär Broekers-Knol erfüllt diese Form der Unterstützung nicht nur kurzfristig die akuten Bedürfnisse minderjähriger Asylsuchender, d.h. Sicherheit und Betreuung, sondern bietet den Kindern auch eine maximale Chance auf Integration in eine Gesellschaft, in der sie längerfristig ihre Zukunft aufbauen können.

Keine Umverteilung

Das niederländische Kabinett ist nicht für eine vorübergehende Lösung der Situation auf den griechischen Inseln, wie etwa die Ad-hoc-Umsiedlung unbegleiteter Minderjähriger von Griechenland in die Niederlande. Die Niederlande setzen sich für strukturelle Verbesserungen in Griechenland im Hinblick auf die Aufnahme, die Beschleunigung der Asylverfahren und die Förderung der Rückkehr ein.

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