Weltbienentag: Bienen- und Insektenschutz trägt zur Ernährungssicherung bei

Bestäubungsleistung zentral für die Landwirtschaft 

Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen sind für unser Ökosystem unverzichtbar. Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen weltweiten Pflanzenproduktion hängt von der Bestäubung ab. Um auf die Bedeutung der Bienen und den Insektenrückgang aufmerksam zu machen hat die UN den heutigen 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen.

Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, und der zuständige Berichterstatter für Insektenschutz, Hermann Färber, erklären dazu: 

Albert Stegemann: „Der Insektenrückgang stellt die Landwirte vor große Herausforderungen. Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen weltweiten Pflanzenproduktion hängt von der Bestäubung ab. Neben einer veränderten Landnutzung tragen globale Flächenversiegelungen, Klimaveränderungen, längere Trockenperioden, eine Zunahme des Verkehrs, Windkrafträder und eine verstärkte Lichtverschmutzung zum Rückgang bei. Zur Ursachenforschung befindet sich derzeit ein umfassendes nationales Monitoring im Aufbau. Gleichzeitig gilt es, mit gezielten Maßnahmen zu handeln, denn für die Sicherung der Welternährung sind wir auf nützliche Insekten angewiesen. 

Die Landwirtschaft macht dabei ihre Hausaufgaben. So beinhaltet die Ackerbaustrategie des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung ein Leitbild für eine verstärkte Biodiversität bei geringerem Pflanzenschutzmitteleinsatz. Durch eine entsprechende Förderung müssen Biogasanlagen ein Hotspot für Blühmischungen werden. Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln bewertet ein eigenes Institut für Bienenschutz, das am Julius Kühn-Institut angeschlossen ist, die Gefährlichkeit für Bienen, untersucht Bienenvergiftungen und treibt die Forschung zum Bienenschutz voran. Außerdem fördern das Landwirtschafts- und Umweltministerium gemeinsam mit Landwirtschaftsverbänden und Wissenschaft das Projekt ‚Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft‘ (F.R.A.N.Z.). Diese Projekte zeigen in vielen Regionen Deutschlands, wie sich Artenschutz und Landwirtschaft vereinen lassen.“ 

Hermann Färber: „Die Förderung der Biodiversität sollte für uns alle bei diesem Thema an erster Stelle stehen. Auf europäischer Ebene gibt es wesentliche Maßnahmen, die dem Ziel der biologischen Vielfalt und damit dem Insektenschutz dienen. Bereits heute gibt es in der ‚Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik‘ (GAP) zahlreiche Elemente zugunsten der biologischen Vielfalt wie etwa die Greening-Maßnahmen der EU-Agrarförderung Diese werden bei der jetzigen Reform durch den Baustein der ‚Grünen Architektur‘ intensiviert und ausgebaut. Dazu gehört die Förderung von Blühstreifen, Ausgleichsflächen oder Heckenpflanzungen.

Auch der europäische ‚Green-Deal‘ und der dazugehörige Part der ‚Farm-to-Fork‘-Strategie verfolgen diesen Zweck. Allerdings ist nicht nur die Landwirtschaft gefragt. Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, wenn es darum geht, biologische Vielfalt zu erhalten und Bienen zu schützen. Die Vielfalt an bienenfreundlichen Pflanzen ist groß, und die meisten Gartencenter bieten inzwischen zu diesem Thema besondere Informationen und Hinweise an ihren Produkten – daher sollte es am besten überall blühen, auf dem Balkon ebenso wie im eigenen Garten.“ 

Bildquellen

  • Biene: David Hablützel