Kosmische Premiere des Theaters Osnabrück im Internet: Einige Nachrichten an das All

Die Produktion „Einige Nachrichten an das All“ hätte unter normalen Umständen bereits in der Inszenierung von Jana Vetten im emma-theater Premiere gefeiert.

Nun wird es stattdessen einen filmischen Essay des Schauspielensembles in dem Online-Spielplan „Theater Osna at home“ geben: In 18 Episoden sind die Videos der Schauspieler unter www.theater-osnabrueck.de ab Freitagabend, dem 5. Juni, bis voraussichtlich Ende August zu sehen. Der Arbeitsprozess war ein dezentraler und kollektiver, die Episoden von den Akteuren selbst erdacht und produziert.

Das Stück Einige Nachrichten an das All stammt von dem vielfach ausgezeichneten Dramatiker Wolfram Lotz, der in seinem zweiten Stück ein skurriles, poetisch schwebendes wie abgründig verzweifeltes Kaleidoskop des Seins zeigt, in dem die Figuren fortwährend um die ersten und letzten Fragen ringen: Gibt es ein Mittel gegen die Tatsache, dass das All womöglich nur eine heillose Explosion ist? Oder kurz gesagt: Warum sind wir da, und wie gehen wir damit um, dass wir sterben müssen? Zu Wort kommen unter anderem der Vater, der bei einem Unfall getöteten Hilda; der Dichter Heinrich von Kleist oder der amerikanische Forscher Rafinesque – in filmischen Fragmenten vom Hörspiel bis zum psychedelischen Videoclip, vom Song bis zur visuell-auditiven Mediation.

Jana Vetten, die bei dem Stück Regie geführt hätte, zeichnet für Konzeption, Regie und Schnitt verantwortlich und erforscht in ihren Arbeiten immer wieder die Grenzen zwischen Sprechtheater, zeitgenössischem Tanz und Objekttheater. 2017 begeisterte sie beim Spieltriebe 7-Festival mit ihrer Inszenierung „I am a bird now“ Publikum und Kritiker.

Aktuelle Informationen und Online-Beiträge von „Theater Osna at home“ finden Sie unter www.theater-osnabrueck.de.

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