Zoo Osnabrück ab dem 2. November vorerst geschlossen- Die neue Corona-Schutzverordnung trifft den Zoo schwer

Die Ministerpräsidentenkonferenz vom 28. Oktober zu neuen Corona-Auflagen hat nun auch Auswirkungen auf den Zoo Osnabrück. Nach Rücksprache mit der Stadt Osnabrück muss der Zoo ab kommendem Montag seine Tore voraussichtlich für den gesamten November für Besucher schließen. Für den auf Besuchereinnahmen angewiesenen Zoo ist es der nächste schwere Schlag nach der ersten Schließung im Frühjahr.

Nachdem der Zoo Osnabrück bereits während der ersten Corona-Welle im Frühjahr für fast acht Wochen schließen musste, bedeutet der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 28. Oktober sowie die heutige Bestätigung durch die Stadt Osnabrück eine erneute Schließung des Zoos ab dem 2. November – voraussichtlich bis Ende November.

„Das ist eine extrem bittere Nachricht für uns und versetzt uns erneut in eine schwierige Lage“, sagt Andreas Busemann, Geschäftsführer des Zoo Osnabrück. „Nach der ersten Schließung haben wir eine große Welle an Solidarität erfahren und zahlreiche Spenden erhalten, wofür ich mich noch einmal explizit bedanken möchte.

Ein solches Spendenaufkommen können wir innerhalb eines ohnehin für viele schwierigen Jahres nicht erneut erwarten“, so Busemann weiter. „Wir hoffen aber natürlich dennoch auf Unterstützung, wo es möglich ist.“

Möglichkeiten dem Zoo zu helfen

Eine Möglichkeit dem Zoo zu helfen ist neben Spenden der Kauf von Weihnachtsgeschenken im Online-Shop des Zoos shop.zoo-osnabrueck.de. Aktuell seien hier Jahreskarten, Tageskarten, Wertgutscheine, ein Orang-Utan-Plüschtier oder Tierpatenschaften erhältlich. Im Zoo-Retter-Online-Shop www.zoo-retter-os.de warten außerdem verschiedene Retter-Produkte, wie T-Shirts, Leinenbeutel oder Brotdosen. „Wir bieten auch farbenfrohe Masken im Löwendesign an, sodass sich jeder mit einem echten Hingucker schützen und dabei den Zoo unterstützen kann“, berichtet Busemann.

Ende November wird das Sortiment noch einmal erweitert und neue Produkte wie zum Beispiel Trinkflasche, Sportbeutel oder Elefanten-Plüschtier sind zugunsten des Zoos erhältlich. 

Keine „Zoo-Lights“ im November 

Die finanziellen Einbußen werden im November zwar nicht so hoch sein wie im Frühjahr, aber dennoch bemerkbar. Denn der Zoo Osnabrück hatte noch mit Einnahmen aus seiner Veranstaltung „Zoo-Lights – Verzauberndes Laternegehen“ vom 2. bis zum 29. November gerechnet: „Seit Mitte September leuchten bei uns bereits die tierischen Lichtfiguren und wir haben gemerkt, dass die Menschen sie dieses Jahr besonders genießen. Im November sollten die Kinder nun die Möglichkeit haben mit ihrer eigenen Laterne zu kommen und zusätzlich zu den Lichtfiguren zu leuchten.

Es tut uns finanziell sehr weh und für die Kinder sehr leid, dass diese beliebte Veranstaltung nun ausfallen muss“, bedauert Busemann. Der Zoo hofft auf Unterstützung vom Land Niedersachsen. Bereits nach dem ersten Teil-Lockdown hatte das Land Hilfen in Aussicht gestellt. „Wir haben hierfür einen Antrag gestellt und gehen davon aus, dass die Gelder vom Land bewilligt werden. Damit hätten wir den ersten Lockdown ohne bleibende Schäden überstanden. Gleichzeitig hoffen wir, dass den Zoos auch nach Ende des zweiten Teil-Lockdowns geholfen wird. Insbesondere der Zoo Osnabrück ist aufgrund sehr geringer öffentlicher Bezuschussung dringend auf die Eintrittseinnahmen zur Versorgung seiner Tiere angewiesen“, erklärt Busemann.

Allein die Futterkosten der Tiere belaufen sich demnach im Winter auf monatlich 400.000 Euro und damit auf einen höheren Betrag als im Frühjahr, da der Zoo nun zum Beispiel Heu zukaufen muss. Für die meisten Zoo-Mitarbeiter geht die Arbeit erstmal regulär weiter: „Die Tiere müssen weiter versorgt werden, wir arbeiten außerdem an neuen Zoo-Produkten sowie an unserer Spendenkampagne für die Elefantenanlage und hoffen, dass wir im Dezember noch einmal zu den ‚Zoo-Lights‘ einladen können. Bis dahin wünschen wir unseren Zoofreunden alles Gute und vor allem viel Gesundheit“, so der Geschäftsführer. 

Über den Zoo Osnabrück

Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimattiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar 2.238 Tiere aus 292 Arten. Neueste Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). 2014 wurde der Tigertempelgarten im Bereich „Angkor Wat“ eröffnet. Als dritter Bestandteil wurde im Herbst 2017 der „Orang-Utan Dschungeltempel“ in diesem Bereich fertig gestellt.

Im Oktober 2018 neu hinzugekommen ist die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“ mit u.a. Hudson-Bay-Wölfen, Schwarzbären, Waldbisons, Stinktieren und Kanadischen Bibern. 2019 besuchten den Zoo Osnabrück 1.050.000 Besucher.

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