Vorfreude auf den Zoo-Frühling: Neue Anlage für beliebte Tunnelgräber

Großes Erdmännchengehege im Bau – Zebras im Zoo umgezogen

Während der Zoo Osnabrück Corona-bedingt weiterhin geschlossen bleiben muss, entsteht in der afrikanischen Tierwelt „Takamanda“ eine neue Anlage für die Erdmännchen. Das vergrößerte Gehege wird Besuchern einen noch besseren Einblick in das Verhalten der Tiere erlauben und bietet den beliebten Raubtieren deutlich mehr Platz. Ganz in der Nähe des neuen Geheges sind nun auch die Zebras zuhause. 

Eingebettet zwischen dem „Südamerikahaus“, dem nordamerikanischen „Manitoba“ und dem asiatischen „Angkor Wat“ liegt die bisherige Erdmännchen-Anlage. Die kleinen, aktiven Tiere mit goldbrauen Fell erfreuen sich großer Beliebtheit.

„Thematisch passen die afrikanischen Tiere jedoch schon lange nicht mehr an ihren aktuellen Standort und um die Haltung noch weiter zu verbessern, planen wir schon länger einen geräumigeren Neubau“, erklärt Tobias Klumpe, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. Finanziert wird das Projekt nun durch eine Erbschaft, die nur zweckgebunden für allgemeine Weiterentwicklungen im Zoo verwendet werden darf. Das neue Gehege entsteht in der afrikanischen Tierwelt „Takamanda“.

Dort hat die Firma Holtmeyer aus Bad Iburg Mitte November mit den Bauarbeiten begonnen, in direkter Nachbarschaft zu den Eseln und dem Spielplatz „Makatanda“. Das Gehege der Esel verkleinert sich durch den Neubau geringfügig, was die Tiere aber nicht stört. „Wir haben sehr betagte Esel, die das Außengelände kaum noch nutzen und sich lieber im Innenbereich aufhalten. Sie haben deshalb einen neuen und größeren Stall bekommen. Falls wir zukünftig wieder jüngere Esel haben, müssten wir einen anderen Platz für sie finden, da haben wir aber auch schon einige Ideen“, beschreibt der zoologische Leiter die Veränderungen.

Außenfläche wird verdreifacht

Nur wenige Meter neben den Erdmännchen laufen die Zebras durch ihr neues Gehege. Die Gruppe hat eine neue Stute bekommen und eine weitere stößt bald hinzu. Das Jungtier Barbaros wird die Herde mit der Geschlechtsreife hingegen verlassen, damit es nicht zu Streit mit Vater Django kommt (links: Tobias Klumpe, zoologische Leitung; rechts: Thorsten Vaupel: Technischer Leiter).

Mit dem Neubau für die Erdmännchen entsteht nicht nur ein moderneres Gehege, sondern auch eine deutlich größere Anlage. „Die Außenfläche wird circa 100 Quadratmeter groß, im Vergleich zur alten Anlage ist das in etwa das Dreifache der Fläche. Die Innenfläche vervierfachen wir sogar. In der neuen Anlage wird dann eine neue Erdmännchengruppe angesiedelt“, berichtet Klumpe. „Unsere verbleibenden drei Erdmännchen sind schon etwas altersschwach und wir wollen ihnen die Aufregung eines Umzugs ersparen. Die alte Anlage wird dann zu einer Art Seniorenresidenz“, so Klumpe. Was später mit der alten Anlage geschieht, hat der Zoo noch nicht entschieden.

Künstliche Termitenhügel und Blick auf Augenhöhe

Besucher können die neuen Erdmännchen in ihrer neuen Anlage voraussichtlich ab April beobachten. „Wenn wir dann wieder öffnen dürfen und wenn das Wetter mitspielt“, ergänzt Thorsten Vaupel, technischer Leiter und verantwortlich für Bauprojekte. „Milde Temperaturen sind sehr gut für die Bauarbeiten.

Eine neue Anlage für Erdmännchen entsteht zurzeit im Zoo Osnabrück – ein Highlight auf das sich die Besucher im Frühjahr, wenn der Zoo wieder öffnen darf, freuen können.

Aber wenn wir doch noch einen kalten Winter bekommen, wird das Erdreich zu hart und die Fertigstellung verzögert sich. Denn für die Erdmännchen-Anlage ist viel Bodenarbeit notwendig.“ Circa 100 Kubikmeter Erde werden in der Anlage verbaut. Damit die selbst sehr grabfreudigen Tiere keine Gänge aus ihrem Gehege hinausbuddeln, muss das gesamte Außengelände mit einem Untergrabschutz versehen werden.

Das aufgeschüttete Lehm-Sand-Gemisch eignet sich für die Erdmännchen zudem besser zum Tunnelbau, da es stabiler ist. „Dabei wird das erhöhte Erdreich zugleich so gestaltet, dass es ein leichtes Gefälle zu den Besuchern bekommt. So haben sie über und durch eine 20 Meter lange Glasscheibe einen noch besseren Blick auf die Erdmännchen. Wie in der alten Anlage werden wir auch hier wieder künstliche Termitenhügel anlegen. Wenn sich die Erdmännchen auf die Hügel stellen, kann man sie quasi auf Augenhöhe beobachten“, berichtet Vaupel. 

Auch die Zebras ziehen nach „Takamanda“

Neben den Erdmännchen werden Besucher auf den verschlungenen Wegen durch „Takamanda“ zukünftig auch Zebras entdecken können. „Die Huftiere sind aus dem Nashorngehege ausgezogen und teilen sich seit kurzem ein Gehege mit den Pinselohrschweinen in ‚Takamanda‘“, erklärt Klumpe. Die Herde hat sich dabei sogleich vergrößert, denn eine neue Zebrastute aus dem Zoo Saarbrücken ist nach Osnabrück gekommen und in Kürze wird eine weitere Stute aus dem Zoo Breslau die Gruppe komplettieren. Der im Juli 2020 zur Welt gekommene Zebrahengst Barbaros wird den Zoo hingegen verlassen. „Unser 8 Jahre alter Hengst Django duldet kein zweites geschlechtsreifes Männchen in seiner Herde, auch nicht seinen Sohn“, begründet Klumpe den Abschied.

Im Frühling in den Zoo

Mit den neuen Lockdown-Verschärfungen ist zwar noch unklar, wann der Zoo wieder öffnen darf, spätestens im Frühling ist es aber hoffentlich soweit. Neben den Neuerungen in „Takamanda“ dürfen sich Besucher auf viele spannende Beobachtungen freuen, wie zum Beispiel das Elefantenbaby Yaro, das kurz vor Weihnachten im Zoo geboren wurde.

Wer nichts verpassen möchte, sollte sich darum schon jetzt eine Jahreskarte für den Zoo Osnabrück sichern – damit hilft man dem Zoo in der schwierigen Zeit. Da sich die Jahreskarte bereits mit dem zweiten Besuch rentiert, lohnt sie sich auch finanziell.

Zoo Osnabrück

Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimattiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar 2.238 Tiere aus 292 Arten. Neueste Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). 2014 wurde der Tigertempelgarten im Bereich „Angkor Wat“ eröffnet.

Als dritter Bestandteil wurde im Herbst 2017 der „Orang-Utan Dschungeltempel“ in diesem Bereich fertig gestellt. Im Oktober 2018 neu hinzugekommen ist die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“ mit u.a. Hudson-Bay-Wölfen, Schwarzbären, Waldbisons, Stinktieren und Kanadischen Bibern. 2019 besuchten den Zoo Osnabrück 1.050.000 Besucher.

Bildquellen

  • ZooOS_Zebras: Zoo Osnabrück, Jan Banze