Nachtrag zum Kommentar „Kostenlose Corona Schnelltests in Osnabrück“

Auf den Kommentar der letzten Woche haben wir viele Reaktionen der Oskurier Leser erhalten, sowohl in den sozialen Medien, als auch per E-Mail.

Wir freuen uns über diesen Dialog für den ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Es gab durchaus auch kritische Stimmen, aber genau das macht unsere Leser aus, hier werden keine weichgespülten Nachrichten konsumiert, sondern Stoff zum Nachdenken. Im Folgenden möchte ich daher gerne ein paar Reaktionen wiedergeben.

Der Aussage, für die „Osnabrücker“ Tests würden bis zu 66,- Euro gezahlt werden, wurde vehement widersprochen. Die 100.000 Euro seien im Gegenteil für max. 6.000 Tests in 4 Wochen gedacht, abzüglich der Sach- und Personalkosten verbleibe eine sehr geringe Marge. Zudem entspräche der Einkaufspreis für einen qualitativ hochwertigen Schnelltest nicht meiner – wohl recherchierten – Angabe.

Meiner Einschätzung vorausgegangen war folgende, an das Presseamt der Stadt Osnabrück gerichtete Anfrage zur Vergütung der kostenlosen Tests:

Frage:

Die Tests werden für die Bürger kostenlos angeboten, welche Vergütung erhalten die Anbieter von der Stadt Osnabrück für die durchgeführten Tests? 

Antwort:

Der Verwaltungsausschuss hat für maximal 1500 Tests pro Woche 100.000 Euro zur Verfügung gestellt.


Aufgrund der obigen Aussage ergibt sich damit aus unternehmerischer Sicht natürlich ein ganz anderer Preis pro Test, der, verglichen mit dem Ertrag eines „nicht Osnabrücker“ Tests nur eine Schlussfolgerung zulässt: Wir haben hier unbewusst zwei besondere Fälle von maximal Altruismus aufgedeckt.


Ebenfalls erreichte uns eine E-Mail der Stadt Osnabrück mit der Bitte um Veröffentlichung, die wir hier gerne im Original wiedergeben.

Sehr geehrter Herr Tone,

Ihr Kommentar enthält einige falsche Tatsachenbehauptungen. Lassen Sie mich bitte einige richtigstellen: Der Verwaltungsausschuss ist nicht, wie Sie behaupten, von der CDU dominiert: Dem Verwaltungsausschuss gehören neben dem Oberbürgermeister zwar vier Mitglieder der CDU an, die allein gegen Grüne mit zwei, SPD mit zwei, UWG mit einer, FDP mit einer Stimme nichts ausrichten kann. Sie sagen in Ihrem Kommentar, dass die Betreiber der Testzentren „der Osnabrücker CDU nicht unbekannt“ seien. Das gilt nun eigentlich für fast jeden, der in Osnabrück ehrenamtlich und/oder politisch aktiv ist. Jeder ist eigentlich jedem nicht unbekannt. Wenn das ein Ausschließungsgrund für die Vergabe von Aufträgen ist, würde die Stadt keinen Auftrag mehr vergeben können. Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang, dass die Kommunalverfassung vorschreibt, dass die Sitzungen des Verwaltungsausschusses nicht öffentlich stattfinden. Wie Sie in Ihrem Kommentar darauf kommen, dass ein Test der Stadt 66 Euro kostet, erschließt sich meines Erachtens nicht. Diese Zahl ist, dass darf ich Ihnen versichern, viel zu hoch. Die vereinbarte Summe liegt deutlich darunter. Die 100.000 Euro sind nicht die Kosten für eine Woche, sondern für vier. Zudem stellen Sie die Frage, warum die Stadt nicht ihr eigenes Testzentrum eingebunden hat. Es gibt in der Stadt ein Testzentrum, in dem die Johanniter im Auftrag der Stadt PCR-Tests nehmen. Dorthin begeben sich allerdings Menschen mit dem Verdacht auf eine Covid-Infektion. Das Konzept ist also ein ganz anderes als jenes bei den neu eingerichteten Schnelltestzentren. Sie halten es für fragwürdig, „wem diese Maßnahme tatsächlich helfen soll“. Diese Frage ist nun einfach zu beantworten: denen, die sich testen lassen und damit auch allen, die sich nicht testen lassen: Der Stadtgesellschaft, die auf diese Weise auf jeden Fall einen Erkenntnisgewinn über die Ausbreitung der Pandemie hat. Die von Ihnen bemängelte Erreichbarkeit scheint für diejenigen, die sich testen lassen möchten, kein ernsthafter Hinderungsgrund zu sein. Wie Sie auf die „Vermutung“ kommen, das Projekt sei ein „politischer Gefallen“ ist eine Denunziation, die auch dadurch nicht besser wird, dass Sie sie behaupten. Gleiches gilt für die vermeintlichen „Geschenke“, die die „Freundschaft erhalten“. Die Schnelltestzentren nun in einen Zusammenhang mit der Entscheidung des Rates zu bringen, der sich mehrheitlich – mit den Stimmen der CDU, aber nicht nur mit den Stimmen der CDU – gegen Luftfilter in Klassenräumen ausgesprochen hat, ist zumindest merkwürdig: Es gibt bei dem ziemlich umstrittenen Thema der Luftfilter für Klassenräume wirklich gute Argumente für das Pro und für das Contra. In der Abwägung des Rates haben die Argumente nach langer Diskussion gegen diese Geräte überwogen.


Bildquellen

  • Osnabrücker Rad: Bianka Specker