Wirtschaftsrat warnt vor Massensterben im stationären Handel

Wolfgang Steiger: Mit digitalen Einlasskontrollen könnten Geschäfte auch bei höheren Inzidenzwerten öffnen

Berlin, 1. April 2021. Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. warnt angesichts des Dauer-Lockdowns vor einem Massensterben im stationären Handel und fordert digitale Lösungen für Geschäftsöffnungen auch bei höheren Inzidenzwerten.

„Wenn wir jetzt nicht endlich umsteuern, wird es bald wenig geben, was wir überhaupt noch werden öffnen können. Denn die deutschen Einzelhändler stehen mittlerweile mit dem Rücken zur Wand“, sagt Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates. „Die Händler haben kaum Umsätze bei weiterlaufenden Kosten und aufgestauten Verlusten aus dem Corona-Vorjahr und vor allem keinerlei Perspektive. Es gehört wenig Fantasie dazu, um zu erkennen, dass diese toxische Mischung gerade viele der mittelständischen, oftmals seit Generationen in Familienhand befindlichen Geschäfte nicht überleben werden – mit fatalen Dominoeffekten. Denn stirbt der Handel, sterben unsere Innenstädte – und damit veröden ganze Regionen.“ 

Aus Sicht des Wirtschaftsrates gibt es aber durchaus Wege, um die fantasielose und existenzvernichtende Schließungspolitik zu beenden, ohne deshalb die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu verlieren. „Statt mit pauschalen Verboten zu agieren, müssen wir dringend konstruktive und passgenaue Ansätze für die Situation finden“, ist Wolfgang Steiger überzeugt.

„So könnten etwa verpflichtende digitale Einlasskontrollen für eine lückenlose Nachverfolgung der Kontakte sorgen. Entsprechende Apps sind im Ticketing bereits langjährig erprobt und auf dem Markt verfügbar. Wenn zusätzlich in den Geschäften auf die Einhaltung von Abstand und Hygieneregeln sowie das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken geachtet wird, ist der Besuch etwa eines Textil-, Möbel- oder Elektrogeschäfts auch nicht gefährlicher als der ohnehin erlaubte Besuch im Supermarkt.“   

Würden digitale Einlasskontrollen konsequent umgesetzt, könnte der Handel sogar Teil der Lösung werden und die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Infektionsketten unterstützen. „Zugleich würde damit zweifelsfrei nachgewiesen, dass der Handel kein Infektionsherd ist“, erklärt Wolfgang Steiger. „Schließlich haben wissenschaftliche Untersuchungen, etwa des Robert-Koch-Instituts, bereits belegt, dass sich der seit Pandemiebeginn durchgehend offene Lebensmitteleinzelhandel nicht als Infektionsherd erwiesen hat.“     

Bildquellen

  • OsnaInnenstadt: Bianka Specker