Kanzlerkandidat Armin Laschet nicht mehr zu halten – Umfragewerte erreichen historisches Tief

Armin Laschet im Gespräch mit dem Osnabrücker Weinhändler Fohs in der Krahnstraße.

Ein Kommentar der Herausgeberin

Wie die britische Zeitung The Times berichtet, sind die deutschen Konservativen in einer Meinungsumfrage zum ersten Mal seit 15 Jahren hinter die Sozialdemokraten zurückgefallen, was laut dem Blatt vor der Bundestagswahl am 26. September zu Panik bei den Konservativen führen dürfte. Laut einer Umfrage des Forsa-Instituts lägen die CDU und ihre bayerische Schwesterpartei, die CSU, mit 22 Prozent hinter der von Olaf Scholz geführten SPD mit 23 Prozent. Die Grünen würden derzeit 18 Prozent der Stimmen erhalten.“

Schon bei dem Wahlkampfbesuch in Osnabrück lag eine gewisse Nervosität in der Luft. Die Umfragewerte, von der Augsburger Allgemeinen in Auftrag gegeben, hatten den Kanzlerkandidaten der Union bereits vorher unter Druck gebracht. Söder, der in der letzten Zeit oft an der Seite von Kanzlerin Angela Merkel bei den Bund-Länder-Gipfeln zum Thema Corona glänzen durfte, poltert schon lange recht wahrnehmbar im Hintergrund. Auch wenn die Töne dort aus Bayern auch leis´werden können, der Mann aus Bayern, dem viele deutsche Bürger das Amt eher zutrauen würden, als dem jetzigen Kandidaten, Armin Laschet, steht bereit.

Laschet hat bisher Nehmerqualitäten bewiesen, Ausdauer und Hartnäckigkeit. Er hat einen großen Landesverband hinter sich und wohl auch einen Großteil der Union als es darum ging, Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten zu verhindern. Merz hat sich zwar nicht völlig zurückgezogen, ist aber nicht wie der Löwe aus Bayern derzeit eine präsente Gefahr für Armin Laschet.

18. August 2021. Armin Laschet zu Wahlkampfbesuch in Osnabrück auf dem Markplatz.

Bei dem Auftritt in Osnabrück, Laschet hatte zuvor das Amazone Werk in Hasbergen besucht, bevor es mit 45 minütiger Verspätung am Osnabrücker Domhof weiterging, waren die Besucher und interessierten Bürger vor allem neugierig, „was das wohl nun für einer ist“, wie eine ältere Dame zu mir sagte. „Kann er auch ernst sein?“, fragte sie. „Die Bilder von der Flutkatastrophe, wo er da so gelacht hat, als der Steinmeier sprach“, sie schüttelte den Kopf und auch der Herr neben ihr winkte ab und ergänzte für sie: „das ging ja gar nicht.“ Ja, diese Videosequenz des lachenden Laschet, der sich wahrlich auch noch schüttelte vor Lachen, angesichts der Rede des Bundespräsidenten und der entsetzlichen Lage, war scheinbar nicht wieder gut zu machen.

Die Präsenz mit der Armin Laschet mit dem Tross Politiker und Presse durch die Stadt zog, war zwar beeindruckend, brachte aber nicht den gewünschten Effekt beim Bürger. Es war hektisch, es war zu viel Rummel und es war keine Nähe zu den Bürgern möglich. Kurze Besuche in den Geschäften und Gespräche mit den Inhabern konnten dem Kanzlerkandidaten vermitteln, dass es hier in der schönen Friedensstadt noch sehr viele Inhabergeführte Geschäfte gibt die das Aussehen der Stadt prägen und sie liebenswert machen.

Wird er der nächste Kanzler werden?

Laschet bemühte sich, doch war während des Rundgangs durch die Stadt schon der Druck zu spüren, der auf ihm lastet.

Sein Fauxpas in Erfstadt sollte nicht der letzte der Union vor der Wahl sein, nein, es sollte noch schlimmer kommen, auch wenn das unmöglich erschien.

Der Fall Afghanistans, die gescheiterte Evakuierung durch die westlichen Länder und die schrecklichen Bilder der Situation am Flughafen in Kabul gingen um die Welt und ließen viele Menschen unruhig werden, sie litten mit diesen Menschen, die versuchten, dieser Hölle zu entkommen.

Kaum zu fassen waren die Bilder der Bundeskanzlerin bei einem Kinobesuch und das Bild einer Verteidigungsministerin, welche mit einer Schürze bekleidet, im Saarland Flammkuchen backt. Als ginge dieses Elend und die menschlichen Schicksale sowie der Erfolg der Bundeswehr, sie nichts an. Da warteten Menschen in Kabul auf deutsche Hilfe?

Nebenbei bemerkt hat „AKK“ der Emanzipation der Frau mit dieser Aktion einen Bärendienst erwiesen. Das können Gendersternchen oder Doppelpunkte nicht wettmachen: Taten haben schon seit jeher ein größeres Gewicht als Worte.

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Nun kann spekuliert werden, ob diese Bilder der lachenden Kanzlerin im Kino und der backenden Verteidigungsministern, Frau von der Leyen wurde auf der Pferdeweide abgelichtet, angesichts der Lage und auch der Stimmung in der deutschen Bevölkerung angebracht gewesen sind. Ist ihnen der Sinn für diese verstörenden Bilder abhanden gekommen, das Gespür welches ein Politiker, ein Vertreter des Volkes so dringend haben sollte?

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Die Union als Ganzes und Armin Laschet in der Person des Kanzlerkandidaten verlieren in der Gunst des Wählers weiter an Stimmen. Olaf Scholz brauchte in dieser Situation lediglich wohl pointierte Interviews geben, immer wohl orchestriert und ins rechte Licht gesetzt.

Nachdem nun das Ausland über den ungewöhnlichen und drastischen Stimmverlust „des Erben der Angela Merkel“ berichtet, wird Armin Laschet nicht mehr als Kanzlerkandidat der Union zu halten sein. Er hat es nach seinem Fauxpax nicht besser machen können, es lag nicht mehr in seiner Macht.

Bildquellen

  • Laschet_1: Bianka Specker
  • Lasdchet_Pizzahaus: Bianka Specker
  • Laschet_Plakat: Bianka Specker