Eiskalte Gefahr von oben – Zwei Unfälle durch Eisplatten auf Lkw fordern zwei leicht Verletzte

Das Foto zeigt die beschädigte Windschutzscheibe eines der beteiligten Pkw. Foto: Polizei Münster.

Am Dienstag ist es auf der A 31 und der A 43 zu zwei Verkehrsunfällen gekommen, bei denen Eisplatten von fahrenden Lkw stürzten und dadurch zwei dahinterfahrende Autofahrer leicht verletzten.

Um 13:26 Uhr fuhr ein 40-Jähriger mit seinem BMW auf der Autobahn 43 in Fahrtrichtung Wuppertal, als in Höhe Haltern am See von einem vor ihm fahrenden Lkw eines 65-Jährigen Eisplatten herunterfielen. Die Eisplatten zerstörten die Windschutzscheibe des Autofahrers. Der 40-Jährige verletzte sich dadurch leicht.

Bereits am Dienstagmorgen um 10:19 Uhr befuhr eine 28-Jährige mit einer Sattelzugmaschine die Autobahn 31 in Richtung Bottrop. Im Bereich Heek verlor der Lkw Eisplatten und traf damit den Pkw eines 36-Jährigen. Auch bei ihm splitterte die Windschutzscheibe und verletzte ihn leicht.

Im Winter stellt die Polizei Münster immer wieder Lkw fest, die während der Fahrt Eisplatten verlieren. Schnee und Eis sammeln sich auf den Dächern von Zugfahrzeugen, Anhängern oder Aufliegern und werden bei höheren Geschwindigkeiten oder Kurvenfahrten heruntergewirbelt. Benachbarte oder nachfolgende Fahrzeuge können durch herabfallende Eisplatten schwer beschädigt werden.

Auch zu massiven Eisbrocken gefrorenes Regenwasser, das sich in den Mulden von Spriegelplanen gesammelt hat, kann sich während der Fahrt lösen und auf die Straße, Geh- oder Radwege stürzen. Für Passanten und den Fahrzeugverkehr entsteht dadurch ein unkalkulierbares Risiko.

Die bis zu mehrere 100 kg schweren Eisblöcke durchschlagen problemlos Windschutzscheiben und können Menschen lebensgefährlich verletzen, sowohl als Fahrzeuginsassen als auch Fußgänger oder Radfahrer.

„Grundsätzlich ist jeder Fahrzeugführer für den Zustand seines Fahrzeugs verantwortlich und hat vor Fahrtantritt Sorgfaltspflichten zu beachten, die unter anderem das Beseitigen von losen Schneemassen und Eisplatten von Fahrzeugen umfassen, damit herabstürzende Eisplatten keine Schäden verursachen können“, erklärt die Polizei Münster.

Die Polizei Münster appelliert an alle Kraftfahrzeugführer – insbesondere an Berufskraftfahrer -, bei winterlichen Wetterlagen mit Schnee und Eis, die Fahrzeuge vor Fahrtantritt gründlich zu überprüfen und von Schnee- und Eisansammlungen zu befreien.

Die Polizei weist zudem darauf hin: Für Lkw-Fahrer wurden auf vielen Autohöfen und Rastplätzen Räumstellen eingerichtet, wo die gefährliche Eis-Ladung beseitigt werden kann.

Eine Übersicht darüber finden Sie auch hier (PDF): 

https://www.bgl-ev.de/wp-content/uploads/2024/01/Raeumstationen-Teilnehmer-nach-BABStand-2023-2024.pdf

Luftunterstützte Hebesystem bieten bei einigen Herstellern die Möglichkeit, die Spriegelplane vor Fahrtantritt anheben zu lassen, um so die gefährlichen Eisfragmente zu entfernen. Alternativ wird das Wasser aus den Mulden gedrückt, bevor es gefrieren kann.

Die Polizei Münster rät: „Planen sie etwas mehr Sicherheitsabstand ein, wenn Sie sich hinter einem größeren Fahrzeug oder Lkw befinden. Insbesondere Lkw mit Spriegelplanen bergen im Winter ein besonders hohes Risiko, Schnee- und Eisbrocken zu verlieren!“

Bildquellen

  • Windschutzscheibe/PM: Polizei Münster