
Der Verein zuFuß! e.V., der sich seit Anfang 2025 als Interessenvertretung der Fußgänger in der Region Osnabrück einsetzt, hat konkrete Empfehlungen zum Fußverkehr formuliert. Der Verein fordert eine systematische Priorisierung des Zufußgehens in der städtischen Verkehrspolitik im Hinblick der Kommunalwahl am 13. September 2026.
„Osnabrück braucht dringend eine stadtweite Fußverkehrsstrategie mit klarer Maßnahmenplanung“, erklärt der Verein in einer Pressemitteilung. In der Verwaltung müssten entsprechende Kompetenzen und Strukturen geschaffen werden, um den Fußverkehr gleichberechtigt neben Auto, Rad und ÖPNV zu behandeln. Ziel sei ein sicheres, attraktives und barrierefreies Wegenetz, das nahtlos an den öffentlichen Nahverkehr anbindet, so der Verein.
Kernforderungen sind unter anderem:
• Kurze Abstände zwischen Querungen mit übersichtlicher Gestaltung.
• Ausreichend lange Grünphasen an Ampeln für Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
• Die Abschaffung von Anforderungsampeln, da diese zu mehr Lärm und Schadstoffen führten und Fußgänger diskriminierten.
• Konfliktfreie Erreichbarkeit von Haltestellen und Bahnhöfen.
• Mehr Grün in der Stadt durch „grüne Finger“, Bäume und Entsiegelung, um hitzebedingte Belastungen zu mindern und den Aufenthalt im öffentlichen Raum angenehmer zu gestalten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung von Konflikten zwischen Fuß-, Rad- und E-Scooter-Verkehr. Der Verein warnt vor einer zunehmenden Gefährdung durch Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder und E-Scooter auf Gehwegen und in Aufenthaltsbereichen.
Angesichts der geplanten bundesweiten Angleichung der Regelungen für Leih-E-Scooter an den Radverkehr durch die Bundesregierung sieht zuFuß! e.V. Handlungsbedarf auf lokaler Ebene. „Gemeinsame Geh- und Radwege sowie das Verkehrszeichen „Radverkehr frei“ auf Gehwegen und in Fußgängerzonen müssen grundsätzlich vermieden werden“, heißt es in den Empfehlungen.
Alte, nicht mehr regelkonforme Radwege auf Gehwegen sollten wieder ausschließlich dem Fußverkehr gewidmet werden. Bei Neuplanungen solle der Rad- und Scooter-Verkehr auf die Fahrbahn verlegt werden. Für gewerbliche Leih-E-Scooter fordert der Verein feste Sharing-Stationen.
Zusätzlich plädiert zuFuß! e.V. für eine umfassende Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne gerichtet an Radfahrer und E-Scooter-Nutzer. Die langjährige Duldung von Regelverstößen habe zu einem fehlenden Unrechtsbewusstsein geführt. Viele sähen Fußgänger nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer, sondern als Hindernis, so der Verein.
Der Verein zuFuß! e.V. hofft, dass die Parteien diese Prioritäten in ihre Wahlprogramme aufnehmen. „Der Fußverkehr ist der umweltfreundlichste, gesündeste und platzsparendste Weg, daher verdient er endlich die gleiche Aufmerksamkeit wie der Radverkehr“, betont zuFuß! e.V.
Mit den Empfehlungen wollen die engagierten Mitglieder einen Beitrag zu einer lebenswerteren und sichereren Stadt leisten.
Mehr Informationen zum Verein und den vollständigen Empfehlungen finden Sie auf zufuss.de.




