
Bildquelle: Fakultatieve Deutschland GmbH
Stadt und Politik setzen auf Transparenz und Dialog
Die Stadt Papenburg hat gemeinsam mit einem potenziellen Vorhabenträger, der Facultatieve Deutschland GmbH, erste Überlegungen für die Errichtung eines Krematoriums im Stadtgebiet aufgenommen.
Das Projekt wurde bei einem Bürgerinformationsabend in Aschendorf an der Heinrich-Middendorf-Oberschule rund 300 Bürgern vorgestellt. „Ziel ist es, frühzeitig und transparent über das Vorhaben zu informieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern aktiv ins Gespräch zu kommen“, hieß es im Vorfeld zur Ankündigung aus dem Rathaus und dem Ortsrat Aschendorf.
Bürgermeisterin Vanessa Gattung und Ortsbürgermeisterin Marion Terhalle begrüßten die Interessierten. „Ich freue mich sehr über das große Interesse und den sachlichen Austausch mit den Bürgern. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass wir offen über das Vorhaben sprechen und alle Fragen ernst nehmen“, sagte Bürgermeisterin Vanessa Gattung.

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Auch Ortsbürgermeisterin Marion Terhalle betonte: „Die Beteiligung der Menschen vor Ort ist uns im Ortsrat sehr wichtig. Eine Informationsveranstaltung fand auf Wunsch des Ortsrates statt, noch bevor es zu politischen Beschlüssen kommt.“
Nach den Begrüßungsworten haben die Vertreter des Vorhabenträgers mit einer Präsentation die bisherigen Pläne zum Krematorium erläutert. Danach folgte eine offene Fragerunde, in der die Bürger Anmerkungen, Hinweise und Meinungen teilen konnten. Die Vertreter der Facultatieve Deutschland GmbH, Christian Strentzsch, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung der Stadt Papenburg, sowie die Bürgermeisterin und die Ortsbürgermeisterin stellten sich gemeinsam den Fragen.
Eine Zusammenfassung der Fragen hat die Stadtverwaltung in Form eines FAQ-Dokuments (Frequently Asked Questions – häufig gestellte Fragen) auf der Website der Stadt Papenburg und in der Papenburg-App veröffentlicht.
Hintergrund des Vorhabens ist laut der Stadt Papenburg eine veränderte Bestattungskultur. Gleichzeitig wünschten sich viele Menschen einen persönlichen und würdevollen Abschied. Ein wohnortnahes Angebot könne Angehörige entlasten, lange Wege zu weiter entfernten Krematorien vermeiden und für Planungssicherheit sorgen.
Der in Betracht gezogene Standort in Aschendorf an der Emsstraße nahe der B70 wurde von den Planern anhand klarer Kriterien ausgewählt. Dazu zählen eine ruhige Lage außerhalb dichter Wohnbebauung, eine gute verkehrliche Erreichbarkeit ohne zusätzliche Belastung der Wohnstraßen sowie eine bereits vorhandene infrastrukturelle Erschließung. Zudem besteht ein deutlicher Abstand zu sensiblen Nutzungen wie Schulen oder Kindertagesstätten. Bevor dieser Standort favorisiert wurde, prüfte die Stadtverwaltung bereits mehrere Alternativen im Stadtgebiet.
2000 Einäscherungen pro Jahr geplant
Besonderes Augenmerk wurde laut Planern auf Umwelt- und Immissionsschutz gelegt. Der Betrieb eines Krematoriums unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Vorgesehen ist der Einsatz modernster Abgasreinigungstechnik, bei der die geltenden Grenzwerte deutlich unterschritten werden. „Eine kontinuierliche Überwachung der Emissionen ist Bestandteil des Konzepts. Geruchs-, Lärm- oder Nachtbelastungen sind nach aktuellem Planungsstand nicht zu erwarten“, erklärt die Stadt Papenburg in einer heutigen Mitteilung.
Das Krematorium arbeite mit modernster Abgasreinigungstechnik:
• Einhaltung der 27. BImSchV
• Emissionswerte deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten
• Kontinuierliche Überwachung nach gesetzlichen Vorgaben
Optional sei der Einsatz einer Hybridanlage möglich. Vorgesehen sei zunächst ein Ofen.
Es wird laut Planern mit etwa 2.000 Einäscherungen pro Jahr gerechnet. Dies entspreche der regionalen Nachfrageentwicklung, so die Stadt. Ein Betrieb sei grundsätzlich auch an Wochenenden möglich. Ein Nachtbetrieb sei bisher nicht vorgesehen.
Bestattungen fänden verteilt statt, es entstünden keine Stoßzeiten wie bei größeren Veranstaltungen, erklärt die Stadt Papenburg auf ihrer FAQ Seite. Daher sei nicht mehr vermehrtem Verkehr zu rechnen.
Auch die architektonische Gestaltung sei auf Zurückhaltung und Regionalität ausgelegt. In Backsteinarchitektur solle ein Gebäude entstehen, das Parallelen zu bestehenden Bauwerken in Papenburg und Aschendorf aufweisen würde.
Die Stadt Papenburg betont, dass sich das Vorhaben derzeit in einer frühen Phase befindet. Entscheidungen sind noch nicht getroffen. „Wir befinden uns am Anfang eines offenen Prozesses. Es muss weiterhin ein intensiver Austausch mit der Facultatieve Deutschland GmbH und der Politik stattfinden“, unterstrich Bürgermeisterin Vanessa Gattung abschließend.
Bildquellen
- Foto Krematorium_quelle Fakultatieve Deutrschland GmbH: Fakultatieve Deutschland GmbH
- PM Geplantes Krematorium im Ortsteil Aschendorf der Stadt Papenburg-2 (1): Stadt Papenburg




