
Kura/Bajus: Tiergerecht wirtschaften, mit klaren Regeln und fairen Fristen
Die Anbindehaltung von Rindern soll in Niedersachsen künftig grundsätzlich verboten werden. Darauf haben sich Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne), das Landvolk und der Landestierschutzverband verständigt.
Mit einem entsprechenden Erlass setzt das Land Empfehlungen des Niedersächsischen Tierschutzplans für nachhaltige Nutztierhaltung um. „Es war höchste Zeit, dass bald auch diese Empfehlungen für eine tierschutzgerechte Haltung von Rindern greifen“, sagt dazu die Grünen-Landtagsabgeordnete Anne Kura aus Osnabrück.
Rinder hätten ein ausgeprägtes Bewegungs- und Sozialbedürfnis, betont Kura. Dass Tiere in über 1.000 niedersächsischen Betrieben täglich noch immer über etliche Stunden oder sogar monatelang angebunden gehalten würden, sei nicht mehr zeitgemäß und mit den Anforderungen des Tierschutzgesetzes nicht vereinbar. „Anbindehaltung schränkt das natürliche Verhalten der Tiere massiv ein. Das passt schlicht nicht mehr in unsere Zeit“, so die Grünen-Politikerin.
Mit dem nun vereinbarten Verbot werde ein klarer Schlussstrich unter eine Haltungsform gezogen, die seit Jahren zu Recht in der Kritik stehe. Zugleich hebt Kura hervor, dass der gefundene Weg breit getragen sei: Auf Initiative von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hätten Landwirtschaft, Tierschutz und Politik gemeinsam einen praxistauglichen Kompromiss gefunden.
Ein zentrales Element seien hierbei die vorgesehenen Übergangsfristen. Betriebe erhalten – je nach Form der bisherigen Anbindehaltung – mehrere Jahre Zeit, ihre Ställe umzubauen oder die Rinderhaltung aufzugeben.
„Wer Verantwortung für Tiere übernimmt, braucht auch Planungssicherheit. Klare Regeln und faire Fristen schaffen einen verlässlichen Rahmen für die notwendigen Veränderungen“, fügt der Grünen-Landtagsabgeordnete Volker Bajus hinzu. Die Übergangs- und Ausstiegshilfen ermöglichten es den Betrieben, neue Wege einzuschlagen und Investitionen vorausschauend zu planen.
Mit dem Verbot der Anbindehaltung macht Niedersachsen aus Sicht von Bajus einen wichtigen Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. „Unser Ziel ist eine Nutztierhaltung, die ökologisch, wirtschaftlich und vor allem tiergerecht ist. Das Ende der Anbindehaltung ist ein Durchbruch für mehr Respekt vor dem Tier und ein starkes Signal für den Tierschutz“, so Bajus.
Bildquellen
- Kuh: Derek Sewell




