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Dienstag, 10. März, 2026
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VW-Konzern: Operativer Gewinn bricht um über 50 % ein – bei stabilem Umsatz

VW Werk in Osnabrück. Foto: Bianka Specker

Volkswagen Group präsentiert Finanzergebnisse für 2025: starker Gewinneinbruch trotz stabiler Umsätze

Die Volkswagen Group hat heute ihre Finanzergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. In einem anspruchsvollen Umfeld, geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und intensivem Wettbewerb, blieb der Umsatz nahezu stabil bei 321,9 Milliarden Euro (2024: 324,7 Milliarden Euro).

Gewinneinbruch und finanzielle Belastungen

Das operative Ergebnis sank auf 8,9 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (19,1 Milliarden Euro) entspricht. Die operative Umsatzrendite betrug 2,8 Prozent. Dieser Einbruch signalisiert einen deutlichen Rückgang der Profitabilität und unterstreicht finanzielle Belastungen, die das Unternehmen trotz stabilen Umsatzes und eines gestiegenen Netto-Cashflows von 6,4 Milliarden Euro im Automobilbereich (+24 Prozent zum Vorjahr) zu konsequenten Kostensenkungen und einer Beschleunigung der Transformation zwingen.

Bereinigt um Sondereffekte lag das operative Ergebnis bei 14,8 Milliarden Euro (4,6 Prozent Marge); ohne US-Zölle hätte es 17,7 Milliarden Euro (5,5 Prozent) betragen. Die Nettoliquidität blieb mit 34,5 Milliarden Euro stabil.

Gründe für den Rückgang

Der Konzern nennt als Hauptgründe US-Zölle, Währungseffekte, Preis- und Mix-Effekte sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anpassung der Porsche-Produktstrategie.

CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz heben geopolitische Spannungen, Wettbewerbsintensität und ein verändertes Marktumfeld hervor, insbesondere in China und Nordamerika.

Laut CEO Oliver Blume hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren Fortschritte in der Transformation erzielt und seine finanzielle Substanz gestärkt: „2025 haben wir die neue Kraft der Volkswagen Group auf die Straße gebracht und unser Unternehmen in zunehmend globalem Gegenwind stabil in der Spur gehalten.“

Blume hob Innovationen in Produkten und Technologien hervor, darunter bezahlbare Elektromobilität und Fortschritte in Batterien, Software und autonomem Fahren.CFO Arno Antlitz erläutert die Belastungsfaktoren: US-Zölle, Aufwendungen für die Anpassung der Porsche-Produktstrategie, Währungseffekte sowie Preis- und Mix-Effekte. Positive Gegenwirkungen kamen aus Kostenprogrammen.

Dramatischer Gewinneinbruch bei Porsche

Der dramatische Gewinneinbruch bei Porsche im Jahr 2025, bei dem das operative Ergebnis auf 0,1 Milliarden Euro sank (nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr), resultierte hauptsächlich aus einem veränderten Marktumfeld in China mit schwachen Verkäufen, hohen US-Importzöllen, einem langsameren Hochlauf der Elektromobilität und damit verbundenen Einmal- und Sondereffekten.

Diese Faktoren führten zu einem Umsatzrückgang von 11,7 Prozent auf 32,2 Milliarden Euro und einer Rendite von nur 0,3 Prozent, was eine strategische Neuausrichtung des Produktportfolios notwendig machte, um langfristig Rentabilität und Resilienz zu stärken, ohne jedoch eine vollständige Abkehr von Elektrofahrzeugen anzukündigen.

Die strategische Neuausrichtung soll eine Ergänzung des Portfolios um markenprägende Modelle mit Verbrennungsmotoren und Hybriden bilden und eine Verlängerung der Produktionsdauer bestehender Verbrenner- und Hybrid-Fahrzeuge.

Absatz und regionale Entwicklungen

Der Fahrzeugabsatz lag bei 9,0 Millionen Einheiten und war damit auf Vorjahresniveau. Wachstum gab es in Europa (+5 Prozent) und Südamerika (+10 Prozent), während Rückgänge in Nordamerika (-12 Prozent) und China (-6 Prozent) zu verzeichnen waren. Der Auftragseingang in Europa stieg um 13 Prozent, getrieben durch vollelektrische Fahrzeuge (BEV), deren Absatz um 55 Prozent zunahm und deren Anteil am Auftragsbestand 22 Prozent beträgt.

Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 5,26 Euro je Vorzugsaktie und 5,20 Euro je Stammaktie vor, was einem Rückgang von 17 Prozent entspricht. Dies basiert auf einer Ausschüttungsquote von mindestens 30 Prozent.

Ausblick für 2026

Der Konzern erwartet einen Umsatzzuwachs von 0 bis 3 Prozent und eine operative Umsatzrendite von 4,0 bis 5,5 Prozent. Im Automobilbereich wird eine Investitionsquote von 11 bis 12 Prozent prognostiziert, der Netto-Cashflow soll zwischen 3 und 6 Milliarden Euro liegen. Herausforderungen wie geopolitische Unsicherheiten und Regulierungen bleiben bestehen.

Bildquellen

  • VW: Bianka Specker