
Rund 70 Bürger haben sich am Freitagabend im Innovationscentrum Osnabrück (ICO) beim ersten Osnabrücker Fahrrad-Dialog getroffen, um darüber zu diskutieren, wie das Radfahren in der Stadt sicherer und attraktiver werden kann.
In Planspielen, Planungswerkstätten und direkten Gesprächen mit Verkehrsplanern der Stadtverwaltung entwickelten die Teilnehmer konkrete Ideen.
„Diskussionen um den Radverkehr sind oft konfrontativ und emotional. Wir wünschen uns mehr Austausch, mehr Zuhören und mehr Perspektivwechsel“, sagte Osnabrücks Radverkehrsbeauftragter Ulla Bauer zu Beginn der Veranstaltung. Genau dafür solle der Fahrrad-Dialog einen geeigneten Rahmen bieten.
Der Abend begann mit einem Marktplatz, auf dem die Stadtverwaltung aktuelle Konzepte und Infrastrukturelemente vorstellte. Im Mittelpunkt standen unter anderem Fahrradstraßen, Piktogrammketten und Stadt-Umland-Verbindungen. Die Bürger konnten sich dort informieren und direkt mit den Fachleuten ins Gespräch kommen.
Besonderen Zuspruch erhielt der große Stadtplan, auf dem konkrete Gefahrenstellen, Verbesserungsvorschläge und Anregungen vermerkt werden konnten.
Vielschichtige Interessen- und Nutzungskonflikte im Straßenraum
Anschließend hatten die Teilnehmer die Wahl zwischen zwei Planspielen oder fünf Planungswerkstätten. In den Planspielen diskutierten sie am Beispiel der Wersener Straße und der Martinistraße, wie der Umweltverbund gestärkt werden kann. Dabei übernahmen sie verschiedene Rollen, als Radfahrer, Anwohner, Gewerbetreibender oder Autofahrer und erlebten auf unterhaltsame Weise, wie vielschichtig die Interessen- und Nutzungskonflikte im Straßenraum sind.
In den fünf parallel angebotenen Planungswerkstätten arbeiteten die Gruppen an konkreten Osnabrücker Orten und Themen: Schulwege, Naherholungsbereiche, enge Straßenräume, Lastenräder und eine Radkampagne für die Stadt. Die Planspiele und Planungswerkstätten waren von Franziska Lehmann und Cornelia Dirks vom Bremer Büro proloco konzipiert worden.
„Wenn man sich die Pinnwände anguckt, wie viele Ideen da draufstehen, das ist wirklich etwas, wo man drauf aufbauen kann“, sagte Stadtbaurat Thimo Weitemeier. Zum Abschluss des Fahrrad-Dialogs stellte er sich den Fragen der Teilnehmer. Er versicherte zudem, dass seine Kollegen in der Verwaltung für das Thema Mobilitätswandel brennen und tatsächlich etwas bewegen wollen.
Die Ergebnisse der Werkstätten sollen nun von der Verwaltung ausgewertet und in den Mobilitätsfahrplan unter dem Motto „Osnabrück. Dein Weg.“ einfließen.
Bildquellen
- Veranstaltung: Osnabrücker Fahrrad-Dialog: © Stadt Osnabrück/ Swaantje Hehmann




