
Am 12. April 2026 fanden in Ungarn die Parlamentswahlen statt. Nach 16 Jahren ununterbrochener Regierung von Viktor Orbán und seiner Fidesz-Partei steht das Land vor einer tiefgreifenden Zeitenwende.
Der klare Sieger ist der Herausforderer Péter Magyar mit seiner erst vor wenigen Jahren gegründeten Tisza-Partei, die einen pro-europäischen Kurs verspricht.
Bei einer rekordhohen Wahlbeteiligung von rund 79 Prozent liegt Tisza nach Auszählung eines Großteils der Stimmen bei etwa 53–54 Prozent und steuert auf eine klare Mehrheit zu – teilweise sogar auf eine Zweidrittelmehrheit (rund 135–138 der 199 Sitze). Fidesz kommt nur noch auf etwa 37–40 Prozent und voraussichtlich 54–57 Mandate.
Viktor Orbán hat seine Niederlage bereits eingestanden und Péter Magyar persönlich gratuliert. Er bezeichnete das Ergebnis als „schmerzhaft“ und kündigte an, dass Fidesz künftig aus der Opposition heraus agieren werde.
Orbán hatte in den vergangenen Jahren wiederholt EU-Vorhaben blockiert und Ungarn damit international isoliert. Zuletzt verhinderte er die Freigabe eines 90-Milliarden Euro Kredits der EU für die Ukraine, eine Haltung, die in Brüssel massiv kritisiert wurde.
Reaktionen aus Brüssel und Berlin
Ursula von der Leyen und andere EU-Spitzen haben den Ausgang positiv aufgenommen und den erwarteten pro-europäischen Kurswechsel begrüßt. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz gratulierte Péter Magyar.
Résumé
Mit dieser Wahl endet die Ära Orbán. Ungarn steuert nach einer Rekordbeteiligung auf einen klaren pro-europäischen Kurswechsel zu, weg von jahrelangen Konflikten mit Brüssel und hin zu einer konstruktiveren Rolle in der Europäischen Union.




