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Montag, 7. September, 2026
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VW-Werk Osnabrück wird Kompetenzzentrum für Verteidigung – Absichtserklärung unterzeichnet

VW-Werk Osnabrück. Foto: Bianka Specker

Land Niedersachsen und Investor wollen Standort übernehmen – rund drei Viertel der Jobs sollen bleiben

Das Land Niedersachsen, Rafael Advanced Defense Systems und Aurelius Capital haben heute eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Das teilte das Land Niedersachsen in einer Pressemitteilung mit.

Darin bringen die Parteien die Absicht zum Ausdruck, eine strategische Partnerschaft zu etablieren. Ziel ist es, den Volkswagen-Standort Osnabrück in ein Kompetenzzentrum für innovative Sicherheits- und Verteidigungslösungen umzuwandeln. „Durch diese Absichtserklärung eröffnen wir eine echte Zukunftsperspektive für den Volkswagen-Standort Osnabrück.

Diese Vereinbarung spiegelt eine gemeinsame Überzeugung wider: Osnabrück verfügt über die industriellen Grundlagen, um sich in einem zukunftsweisenden Sektor neu zu positionieren. Diese Partnerschaft schafft realistische Chancen für langfristig hochwertige Beschäftigung an einem Standort, der seit 125 Jahren für industrielle Exzellenz steht“, erklärte Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen.

Lies ergänzt: „Unsere Sicherheitslage hat sich grundlegend verändert. Deutschland und Europa müssen ihre Fähigkeiten in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie stärken und unabhängiger werden. Dies ist sowohl eine Verantwortung als auch eine wirtschaftliche Chance. Osnabrück kann in diesem Bemühen eine wichtige Rolle spielen. Die Arbeitnehmer haben wiederholt unter Beweis gestellt, dass sie außergewöhnliche Ergebnisse erzielen können. Wir bauen auf diese Stärke auf.“

„Die Technologie im Zentrum dieser Partnerschaft ist für die Verteidigung von heute, morgen und weit darüber hinaus konzipiert. Unsere bewährte Kampftechnologie entwickelt sich ständig weiter, um den Bedrohungen voraus zu sein, damit hochzuverlässige Verteidigung immer gewährleistet ist. Heute bauen wir eine langfristige industrielle Beziehung mit unseren deutschen Partnern auf, mit der Idee, dass die Technologie vollständig in Deutschland produziert werden wird, um Deutschland und Europa zu schützen“, sagte Yoav Tourgeman, Präsident und CEO von Rafael Advanced Defense Systems.

Partnerschaft zur Sicherung von Wertschöpfung und hochwertigen Arbeitsplätzen in der Region

Die Zusammenarbeit führt komplementäre Stärken zusammen: Rafael Advanced Defense Systems bringt technologische Expertise und umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung fortschrittlicher Verteidigungssysteme ein. Aurelius Capital stellt globale Investitionskapazität und den Zugang zu einem internationalen Netzwerk erfahrener Investoren bereit. Das Land Niedersachsen wird die Transformation aktiv unterstützen, mit dem klaren Ziel, Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Zunächst konzentriert sich die Zusammenarbeit auf die mögliche Entwicklung und Produktion von Komponenten für Luftverteidigungssysteme, insbesondere auf der Grundlage bewährter und international anerkannter Technologien. Der Osnabrücker Belegschaft kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in fortschrittlicher Fertigung, Qualitätssicherung und Industrialisierung.Europäische Sicherheit, deutsche VerantwortungDie geplante Zusammenarbeit entsteht vor dem Hintergrund eines veränderten Sicherheitsumfelds. Die Stärkung der europäischen Selbstverteidigungsfähigkeit ist eine strategische Notwendigkeit. Die Transformation des Standorts Osnabrück bietet eine besondere Chance: den Beitrag zur europäischen Sicherheit durch deutsche Ingenieurskunst, Qualitätsstandards und industrielle Leistungsfähigkeit – in enger Partnerschaft mit israelischen Partnern.

Rafael Advanced Defense Systems ist zudem seit mehr als 20 Jahren in Deutschland tätig. Über die Tochtergesellschaften Dynamit Nobel Defence, EuroSpike und EuroTrophy GmbH verfügt das Unternehmen über eine starke Präsenz und etablierte Strukturen auf dem deutschen Markt. Die Initiative vertieft die langjährige deutsch-israelische Partnerschaft weiter.

Wie geht es weiter?

Die Absichtserklärung konkretisiert die gemeinsame Absicht der Partner, Lösungen für den Standort Osnabrück zu erarbeiten. Die nächste Phase umfasst detaillierte Verhandlungen, die Prüfung regulatorischer Anforderungen sowie die erforderlichen internen Entscheidungsprozesse aller beteiligten Parteien. Das Land Niedersachsen wird diesen Prozess aktiv begleiten und unterstützen.Die Absichtserklärung ist Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung des Standorts Osnabrück, die auch von der Volkswagen AG unterstützt wird.

Bildquellen

  • VW: Bianka Specker