Schmetterlingseffekt sorgt am Neumarkt für Aufregung: Folgen eines Versehens

Ob der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen kann, will in Osnabrück keiner beantworten, aber etwas Vergleichbares ist am Neumarkt passiert:

Täglich werden zahlreiche Aufträge für kleinere und größere Bauarbeiten an Baufirmen vergeben. Das ist Alltagsgeschäft, das normalerweise reibungslos und zuverlässig funktioniert. Und so hätten auch die erforderlichen Bau- und Markierungsarbeiten am Neumarkt rechtzeitig beauftragt werden müssen, damit diese am Ende der Ferien ausgeführt werden können: Einige Markierungen sollten neu aufgetragen werden, andere hätten entfernt werden müssen, darunter auch drei Fahrradpiktogramme auf der Busspur vor dem ehemaligen Wöhrlgebäude. Außerdem sollten die provisorischen Bussteige zurückgebaut und die Ampeln angepasst werden. 

„Eigentlich eine Kleinigkeit, die zügig kurz vor dem Ende der Sommerferien hätte ausgeführt werden müssen“, sagt Dr. Sven Jürgensen, Pressesprecher der Stadt, über das eigentlich kleine Versehen mit großen Folgen: Es ist schlicht versäumt worden, die Firmen zu beauftragen. Dass der Auftrag nicht vergeben wurde, weil ein verlässlicher Mitarbeiter länger erkrankt war, ist dann erst gestern, am Mittwoch, 14. August, deutlich geworden, so dass die Busse am ersten Schultag weiter fahren mussten, wie in den Sommerferien.

Geplant war aber, dass sie mit Beginn des neuen Schuljahres wieder fahren, wie vor den Sommerferien.

Der Hintergrund ist, dass die Sanierung des Neumarkts, die nach den Sommerferien beginnen sollte, sich verzögert. Die Busse sollten aber keine baustellenbedingten Umleitungen fahren, ohne dass es eine Baustelle gibt.

Das wäre auch rechtlich gar nicht zulässig. Damit verbunden sind längere Wege für die Fahrgäste, die am Neumarkt umsteigen müssen.

„Zum Glück ist das befürchtete Durcheinander am ersten Schultag nach den Sommerferien auch dank der Unterstützung von Mobilitätsberatern der Stadtwerkeausgeblieben. Der Grund ist jedenfalls erkannt“, sagt Jürgensen.

„Die Fachfirmen werden beauftragt, so dass in den kommenden Tagen der Rückbau kurzfristig erfolgt: Ein ärgerliches Versehen, das eigentlich nicht passieren darf, für das wir uns bei allen Nutzern des ÖPNV entschuldigen“, erklärt Jürgensen.

Einzelheiten werden noch geklärt. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert nimmt diesen Fall zum Anlass, seinen Vorstandskollegen Thomas Fillep zu bitten, die Organisationsstruktur und die grundsätzlichen Abläufe der Tiefbauverwaltung nochmals zu überprüfen.

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