Römische Grenze zum Unesco-Weltkulturerbe nominiert

Römische Festung

Die Niederlande reichen gemeinsam mit Deutschland die Nominierung des niedergermanischen Limes bei der UNESCO ein

Der niedergermanische Limes – die ehemalige Grenze des Römischen Reiches – ist ein einzigartiges und unersetzliches Denkmal von universeller Bedeutung für die Menschheit. Deshalb haben die Niederlande diese Grenze für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste nominiert, teilte Minister Van Engelshoven (Kultur) heute am 6. Dezember 2019 im Nationalmuseum für Altertumswissenschaften in Leiden mit.

In Zusammenarbeit mit Deutschland wird der Antrag im Januar bei der Unesco eingereicht, danach wird die UN-Organisation im Juli 2021 entscheiden.

Vor zweitausend Jahren verlief der nördliche „Limes“ (lateinisch für Grenze) des Römischen Reiches direkt durch die Niederlande, entlang des Rheins. Um diese Grenze (Teil der längeren Grenze durch Europa, Asien und Nordafrika) zu schützen, bauten die Römer hier unter anderem Wachtürme und Armeelager. Auf diese Weise entstand in der Nähe von Nimwegen ein Heereslager, in dem zwei Legionen von sechstausend Mann Platz finden konnten. Aber auch Forts in Valkenburg, Leiden, Woerden, Utrecht, Bunnik und Arnheim haben ihre Spuren hinterlassen, ebenso wie der Corbulo-Kanal bei Leidschendam sowie diverse Bauwerke in Deutschland.

Archäologisches Monument mit Weltniveau

Der niedergermanische Limes ist ein Modell der einzigartigen militärischen Entwicklungsgeschichte des Weströmischen Reiches. Damals mussten die Römer oft innovative Konstruktionen entwickeln, um die dynamische Flusslandschaft des Deltas zu kontrollieren. Die große Anzahl von Überresten aller Arten von römischen Befestigungen in unserem Boden macht die alte Grenzregion zu einem wichtigen archäologischen Denkmal, das es wert ist, für zukünftige Generationen erhalten zu werden“, so Minister Van Engelshoven.

Es ist bemerkenswert, dass dank des hohen Grundwasserspiegels in den Niederlanden viele Holzfragmente erhalten geblieben sind. Pfahlreihen entlang von Straßen, Schalungen und Holzreste von römischen Flussschiffen ermöglichen eine genaue Datierung der Funde.

Die Außengrenze des Römischen Reiches verläuft über eine große Anzahl von Ländern. Mit 19 Fundorten in den Niederlanden und 25 in Deutschland nominieren die Niederlande daher auch namens Deutschland. Das Nominierungsdossier wurde gemeinsam mit den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie den Provinzen Südholland, Utrecht und Gelderland erstellt.

Limesmuseum in Aalen, Ansicht der Außenanlage des Limesmuseums Aalen, rekonstruierte Grundmauern der principia des Reiterkastells.

Die Unesco setzt sich für Zusammenarbeit und Frieden ein. Das Welterbe ist ein Mittel, um Menschen zu verbinden, indem man die Kulturen des anderen kennen lernt. Deshalb ist es von großer Bedeutung, nicht nur den Schutz, sondern auch die Erkennbarkeit des Erbes zu gewährleisten. Rad- und Wanderwege entlang des Limes, Museen, Denkmäler, ein römischer Garten und die Visualisierung von Forts tragen dazu bei.

Wert der Aufnahme in die Liste des Erbes der Welt

Die Aufnahme in die Liste des Erbes der Welt wäre ein internationales Zeichen der Anerkennung. Es würde unterstreichen, dass dieses Denkmal als unersetzlich und einzigartig für die Weltgemeinschaft gilt. Wenn das Erbe in die Liste aufgenommen wird (es gibt derzeit zehn niederländische Weltkulturerbestätten), bedeutet das, dass die nationalen Regierungen Anstrengungen unternehmen müssen, um das Erbe zu erhalten.

Deutschland und die Niederlande werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Menschen dieses römische Erbe genießen können.

Bildquellen

  • Limes: RGP
  • Limes Museum: MW