Versteinerungen eines Mammuts und Wollnashorns in Kieswerk bei Bohmte entdeckt

So ähnlich wie in dieser Szene einer Landschaft in Nordspanien mit unter anderem einem Wollhaarnashorn und einer Gruppe von Wollhaarmammuts hat es im späten Pleistozän wohl auch im Osnabrücker Raum ausgesehen.

HKS Schwegermoor übergibt einzigartige Eiszeit-Fossilien an Terra.vita und das Museum am Schölerberg

Die HKS Hunteburger Kies- und Sandwerke sind bei Abbauarbeiten in einem Baggersee nahe Bohmte auf fossile Reste eiszeitlicher Säuger gestoßen. In circa 25 Metern Wassertiefe befanden sich die Knochen eines Wollnashorns sowie der Backenzahn eines jungen Mammuts. Die Funde wurden durch die Geologen des Geoparks Terra.vita und des Museums am Schölerberg gesichtet und auf ein Alter von circa 150 Tausend Jahren datiert.

Die Funde wurden der Obhut des Naturkundemuseums übergeben, wo sie in die Paläontologische Sammlungen eingegliedert und für konservatorische und wissenschaftliche Arbeiten verwahrt werden. Später sollen sie Eingang in die neugestaltete Dauerausstellung des Museums am Schölerberg finden.

Teile der Funde aus dem Kieswerk Schwegermoor: Die Geologen (von links) Dr. Patrick Chellouche (Museum am Schölerberg) und Dr. Tobias Fischer (TERRA.vita) zeigen den Backenzahn eines Mammuts und den Oberarmknochen eines Wollnashorns.

Typische Tiere der eizeitlichen Steppen

Neben dem Wollhaarmammut gehörte das Wollnashorn zu den Charaktertieren der eiszeitlichen Steppen während des Pleistozäns. Das bis zu 4 Meter lange Tier bewohnte vorrangig das nördliche Eurasien. Vor etwa 400 Tausend Jahren weitete es seinen Lebensraum Richtung Südwesten bis nach Mitteleuropa aus. So erreichte es Mitteldeutschland und ist unter anderem im Harz nachgewiesen.

Funde im Osnabrücker Land sind selten. Die bei Bohmte sichergestellten Fossilien stellen eine der wenigen Nachweise dar. Auch das Museum am Schölerberg beherbergt in seiner wissenschaftlichen Sammlung bisher nur einen Zahn eines Wollnashorns.

Das Wollhaarmammut hingegen ist in ganz Deutschland nachgewiesen. Die ausgestorbene Art der Familie der Elefanten stammt aus Sibirien und ist ab der Saale-Kaltzeit, vor 300 Tausend Jahren, in Mitteluropa zu finden.

Fund im Kieswerk dank Glück und gutem Auge der Betreiber

Im Kieswerk Schwegermoor werden Kiese und Sande mit einem Saugbagger aus dem See gewonnen. Die zufällige Bergung der Fossilien war dementsprechend ein wahrer Glückstreffer. Hinzu kommen das geistesgegenwärtige Bergen der Objekte und die rasche Benachrichtigung der offiziellen Behörden durch die Betreiberfirma, für die der Geopark Terra.vita und das Museum am Schölerberg ihren herzlichen Dank aussprechen.

Der Abbau-See befindet sich auf privatem Grund, Betreten und Sammeln sind strengstens verboten und können lebensgefährlich sein, insbesondere da sich die Fundschicht in einer Wassertiefe von circa 25 Metern befindet. Die höher liegenden Schichten sind fossilfrei.

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