Frohe Weihnachten- ein Kommentar

Die Nacht vor dem heiligen Abend


Die Nacht vor dem heiligen Abend
da liegen die Kinder im Traum.
Sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.

Und während sie schlafen und träumen
wird es am Himmel klar
und durch den Himmel fliegen
drei Englein wunderbar.

Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der heilige Christ.
es ist so fromm und freundlich
wie keins auf Erden ist.

Und während es über die Dächer
still durch den Himmel fliegt,
schaut es in jedes Bettlein,
wo nur ein Kindlein liegt.

Und freut sich über alle,
die fromm und freundlich sind,
denn solche liebt von Herzen
das himmlische Kind.

Heut schlafen noch die Kinder
und sehen es nur im Traum,
doch morgen tanzen und springen sie
um den Weihnachtsbaum.

Robert Reinick

(Maler und Dichter, * 22. Februar 1805 in Danzig; † 7. Februar 1852 in Dresden)

Quelle: ABC-Buch für kleine und große Kinder. Mit Erzählungen und Liedern von R. Reinick und Singweisen von Ferdinand Hiller, Verlag: Leipzig, Wigand’s., 1845


Liebe Leser,

ich möchte mich als Herausgeberin des Osnabrücker Kuriers für ihre Treue bedanken.

Als ich den Oskurier im Januar 2019 ins Leben rief, hätte ich nie gedacht, wie groß die Nachfrage sein würde und natürlich hätte ich auch nicht mit dieser fürchterlichen Entwicklung Anfang des Jahres gerechnet, die auch uns ausgebremst hat.

Es nützt nichts, wir müssen diese Krise bewältigen und das gelingt uns nur gemeinsam. Ich halte nichts von Panik oder Hysterie, sondern plädiere für eine sachliche Auseinandersetzung, wie auch bei allen anderen Themen. Einen kühlen Verstand zu bewahren, ist in Zeiten wie diesen sicher elementar, um eine Lösung zu finden und sie gemeinsam zu meistern, auch wenn dies angesichts vieler Bilder und Informationen nicht immer einfach erscheint.

Ich vermisse schon länger eine starke und überzeugende Politik, die in der Lage ist, den Menschen das Vertrauen zu geben, sie sicher aus dieser Situation zu führen. Im Gegenteil, ein Hin und Her an wirren Maßnahmen, Chaos bei der Umsetzung und das kassieren einzelner Regeln durch die Gerichte, machen es nicht gerade einfach. Die Lage ist oft unübersichtlich und die Vermittlung ist herausfordernd, auch weil sie nicht logisch erscheinen oder weil sie scheinbar nicht mit dem Recht vereinbar sind. Debatten im Bundestag finden nicht mehr wirklich statt, es scheint kopflos und uneinig gehandelt zu werden. Ein hü und hott und das nun fast seit einem Jahr.

Die Folgen der sozialen Isolation und den wirtschaftlichen Schaden, werden wir alle nach und nach bemerken, wenn der Lockdown beendet wird und wir wieder zum Leben kommen.

Die Politik muss eine Perspektive liefern, damit die Akzeptanz der Maßnahmen erhalten bleibt, aber es gibt bisher keine Aussicht auf Besserung, stattdessen diskutieren die Politiker über eine Verlängerung sogar bis Ostern und über zahlreiche andere Ideen. Meist leidenschaftlich in den Medien, als ob es höchster Auftrag eines Volksvertreters ist, sich in Talkshows so oft wie möglich zu präsentieren.

Fehler passieren, kein Mensch ist unfehlbar. Aber wenn sie bemerkt werden, müssen sie korrigiert werden. Eine gewisse Sensibilität für die Bedürfnisse der Bürger des Landes, den Alten und den Jungen, Kranken und Gesunden, sollte der Politik wichtig sein. Gerade bei den zahlreichen Einschränkungen der Grundrechte, die derzeit beschlossen werden- ohne Aussicht auf ein echtes Ausstiegsdatum oder Lockerung der Maßnahmen. Was ist mit den Menschen, die Verantwortung für ihre Mitarbeiter und Angestellten tragen? Sie können nicht sicher planen und alles ist ungewiss. Das Geld der Coronahilfen- kommt es auch überall und zeitig an?

Dieses Jahr war von schrecklichen Bildern geprägt. Menschen, die sich nur hinter Plexiglas betrachten dürfen. Menschen, die einsam sterben. Menschen, die ihre Trauer nicht leben dürfen, sich nicht berühren, anfassen. Der Mensch hat eine Seele. Wir sind dennoch sicherlich bereit, viel hinzunehmen und zu investieren, damit es besser wird und wir es gemeinsam aus dieser Krise schaffen.

Erst wenn die Menschen wieder Vertrauen zur Politik fassen, wird es besser werden. Das kann nur gelingen, wenn es eine langfristige Strategie gibt, die verhältnismäßig und transparent ist und vor allem frei von politischem Kalkül.

Ich wünsche alle Lesern frohe Weihachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021.

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