Der Osnabrücker Rosenplatz

Der Osnabrücker Rosenplatz

Ein Lagebericht mit Kommentar

Am 7. Februar eines jeden Jahres findet der „Tag der Rose“ statt. Er läutet die Valentinswoche ein, die am Valentinstag, dem 14.Februar endet. Für uns ein Anlass, den vor nicht allzulanger Zeit aufwendig renovierten Rosenplatz in Osnabrück zu besuchen.

Für uns ist der Rosenplatz ein Thema, weil die Art der Renovierung des Rosenplatzes für Osnabrück ein Novum ist. Der Abschnitt in Richtung Sutthauser Strasse wurde teilweise mit rotem Asphalt erneuert, auf den Bürgersteigen wurden hölzerne Rampen aufgestellt deren Verwendungszweck dank nahezu dauerhafter Sperrung lediglich ein Fragezeichen hinterlässt.

Gesperrte Rampe am Rosenplatz
Gesperrte Rampe am Rosenplatz

Es scheint als wäre die chaotisch anmutende Gestaltung des Rosenplatzes ein Vorbote für andere „Prestigekonzepte“ der städtischen Entscheidungsträger wie z.B. die Pläne für das Dominikanerkloster, den VHS Vorplatz und ganz allgemein der „radfreundlichen“ Gestaltung der Stadt zum Nachteil der Alten und Kinder sowie nicht zuletzt der ansässigen Geschäfte.

Einen noblen Radweg wie die „protected bikelane“ findet man hier dennoch nicht. An der viel befahrenen Iburger Straße teilen sich Radfahrer, Busse, Schwerlastverkehr und Pendler die Strasse auf engem Raum. Die Linien des Fahrradweges sind verblasst, bei Regen und Dunkelheit kommt es einem Glücksspiel gleich die richtige Spur zu halten.

Rad- und Fußweg an der Einmündung Spichernstrasse / Iburger Strasse
Radweg und gesperrte Rampe
Platz für einen breiteren Radweg ist an dieser Stelle reichlich vorhanden

Insgesamt sieht man von der Renovierung nicht mehr viel, die Fahrbahnplatten haben Risse bekommen, vor allem im Fußgängerbereich stellt dies ein gefährliches Hindernis besonders für ältere Menschen dar. Wiederholt konnten wir beobachten, wie ältere Menschen mit Rollatoren mit den Brüchen zu kämpfen hatten, da sich ihre Laufhilfen an den teilweise abgesackten Stellen verhakten.

Aufgebrochener und abgesackter Asphalt am Rosenplatz

Die appetitlich aussehenden Müllbehälter rund um den Platz werden zwar grob gereinigt, helfen aber dank des offenen Designs nicht nur Raben, sondern vermehrt auch Ratten durch den hungrigen Teil des Tages. Der von diesen Behältern ausgehende Geruch war dank der kühlen Witterung nur unterschwellig wahrnehmbar, im Hinblick auf einen warmen Sommer freuen wir uns aber bereits auf die zu erwartenden Gerüche.

Einer der Mülleimer am Rosenplatz
Ein weiterer Mülleimer

Überhaupt scheinen die wenigen grünen Flecken dringend gebraucht zu werden, um diversen Tieren als Notdurftstelle zu dienen. In Ermangelung anderweitiger Optionen wird der Platz mitunter auch schnell knapp, sodass man ein regelrechtes Sammelsurium an Unrat vorfindet.

Eine der wenigen Grünflächen am Rosenplatz, offensichtlich „gut besucht“.

Es ist zu hoffen, dass der Rosenplatzes nicht länger ein Ort langjähriger „Flickschusterei“ wird. Eine Neugestaltung des Rosenplatzes unter Einbeziehung der Anlieger ist wünschenswert, frei nach dem Motto „weniger roter Asphalt, mehr Grün“ und Platz für die Anwohner, auch zur Begegnung. Ein Phänomen, was es so vermutlich nicht geben würde, ist die Gestaltung des Platzes mittels zahlreicher „Rampen“, die heute den Platz weder aufwerten, noch in irgendeiner Art und Weise für die Menschen nutzbar sind.

Dass die Osnabrücker bei jeder Veränderung oder Neugestaltung von Plätzen das reinste Grausen überkommt, ist angesichts dieser Zustände und der vielen Fehlentscheidungen nachvollziehbar.

Die Bürger, der Handel und die Kultur gehören in den Fokus, umschlossen vom Umweltgedanken. Eine sich selbst erschaffende und beschäftigende Verwaltung, die sich im Herzen der Stadt ausbreiten will, kann dies scheinbar nicht leisten.

Der Osnabrücker Rat als politisches Gremium sollte das Rad in die Hand nehmen und die Stadt in die richtige Richtung steuern. Es braucht ein vernünftiges Konzept, den Willen zur Gestaltung für eine Stadt, in der sich die Bewohner wohl fühlen und in der Besucher ein tolles Stadtbild vorfinden.

Bildquellen

  • Die Rosenplatzkreuzung: Bianka Specker
  • Gesperrte Rampe am Rosenplatz: Bianka Specker
  • Rad-und Fußweg: Bianka Specker
  • Radweg und gesperrte Rampe: Bianka Specker
  • Aufgebrochener und abgesackter Asphalt: Bianka Specker
  • Mülleimer 2: Bianka Specker
  • Mülleimer 1: Bianka Specker
  • Unrat: Bianka Specker