Niederschwellige Angebote für Kinder und Jugendliche bei häuslicher Gewalt

„Existenzängste, gesundheitliche Sorgen, fehlende soziale Kontakte und ein Mangel der sonst gewohnten Ablenkungen des Alltags können zur Belastung werden und dazu führen, dass Emotionen überhandnehmen und es zu körperlicher und geistiger Gewaltausübung kommt“, befürchtet Eva-Maria Westermann, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. 

Die Stadt Osnabrück bietet Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind, bereits einige Hilfsmöglichkeiten. Doch gerade für Jugendliche und Kinder sind diese in den Augen der Kommunalpolitikerin nicht ausreichend. „Wir brauchen ein Angebot, mit dem die jungen Menschen vertraut sind. Hemmungen, um Hilfe zu bitten, können nur überwunden werden, wenn die Hürden möglichst klein sind“, so Westermann weiter. 

Bislang haben betroffene Kinder nach Auskunft der Stadthomepage über eine Telefonnummer die Möglichkeit, sich an den Katholischen Verein für soziale Dienste in Osnabrück e. V. Männer (SKM) zu wenden. 

„Das Angebot ist toll und lobenswert, aber eben nicht ausreichend. Ein junges Mädchen wird schon beim Namen abgeschreckt sein und auch der Schritt zum Telefonat ist nicht zeitgemäß. Wir müssen verstehen, dass sich die Kommunikationsformen der Kinder und Jugendlichen verändert haben. Wenn wir helfen wollen, müssen wir sie abholen“, so Westermann.

Sie empfiehlt, das Onlineangebot in diesem Bereich auszuweiten und schlägt vor, einen anonymen Chat über WhatsApp oder über die Homepage der Stadt einzurichten. Durch diesen können betroffene Kinder und Jugendliche einen ersten Kontakt herstellen. Auch die Einrichtung einer E-Mail-Adresse sei ein Schritt in die richtige Richtung. „So lieb einem die Liebsten sind, das Familienleben auf engstem Raum zu führen, kann zur Belastungsprobe werden. Daher braucht es jetzt schnellstmöglich ein neues Hilfsangebot“, fordert die Ausschussvorsitzende abschließend. 

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